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Ultimative Story aus dem Krieg

Tuesday, 6. November 2018

Posted by Milenko Lazić

 

Zastava 128

Vorwort

Gewisse Leute, die ich mit der Zeit kennenlernte, fragten immer, und wie war's, im Krieg zu leben? Was ist das für ein Gefühl, aus einer Kriegsregion zu flüchten? Bitte, erzähl uns ein wenig!Und ich sage dann immer, ja nicht viel besser, als dann anschliessend in der Nähe vom Needlepark zu wohnen. Die ersten Leichen habe ich auf den Strassen von Zürich gesehen. Ja, ja, wir alle kennen den Platzspitz. Wie war's in Bosnien im Krieg? Erzähl's uns!

Und ich sage dann, ja, _gewisse Leute, die gerade von der Front kamen, meinten an der Front sei es immer wieder ruhiger und angenehmer als zu Hause, trotz der konstanten Gefahr auf der Stelle zu sterben. An der Front stirbt man, oder nicht. Ausserhalb der Front ist alles ungewiss. Alle sind wahnsinnig, malen sich Zeugs aus, erwarten immer das Schlimmste, fallen wegen jeder Geschichte in Ohnmacht. Wenigstens läuft man an der Front nicht die Gefahr von einem Zehnjährigen erschossen oder überfahren zu werden. Gewissen Leuten gefiel es besser an der Front.

Hier ist das Fleisch, das alle essen wollen! Die ultimative Geschichte aus dem Krieg!

Mit Elf hat mir eine meiner Tanten, die Powertante, das Autofahren beigebracht. Es war Frühling 1992 in Bosnien. Wer weiss, vielleicht rettet der Junge jemandem das Leben damit. Vielleicht sind alle erschossen und der Junge als einziger vielleicht nicht. Und kann die Frauen und noch Kleineren über die Grenze in die Flucht fahren. Die Powertante, man sagt von ihr, sie habe mal einen Typ zusammengeschlagen und in den Graben geschmissen, weil er unfreundlich zu ihr war. Sie musste aus Sarajevo in den Norden flüchten. Man sagt, sie habe dem Direktor der Zigaretten-Fabrik, in der sie gearbeitet hat, vor laufenden Kameras, gesagt, er sei ein Dieb. Ich denke, sie war auch für paar Wochen in der Kiste. Man sagt auch, sie habe mal alleine eine neu gekaufte Waschmaschine nach Hause getragen. Sie hatte keine Ahnung von Genderstudies oder Emanzipationstheorien. Aber genügend Eierstöcke um zu behaupten, dass sie im gleichen Institut für gleichen Lohn, für die gleiche Arbeit arbeite, und dass man nicht einen Hahn spielen solle. Schliesslich haben die Kommunisten Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller, unabhängig von Hintergrund, Geschlecht oder Profession durch ihre Lautsprecher in den Fabriken gepredigt. _Bauer bauert, Schmied schmiedet, Arzt ärztet, Richter richtet und so wächst unser Jugoslawien! À la "alle sind wichtig und zusammen schaffen wir es"! _Zu mir war die Powertante immer nett.

Da ich schon Traktor fahren konnte, war es für mich leicht, Autofahren zu lernen. Das Auto ist nur ein wenig schneller als der Traktor, beide funktionieren aber nach dem gleichen Prinzip. Einschalten, Kupplung, Gang, Gas, Bremse, Kupplung, Gas und los gehts. Nach paar Wochen wurde ich zum Insider, zum ferngesteuerten Auto. Ich schaue hinaus und schaue hinaus, niemand im Auto und das Auto fährt von alleine, geht in die Kurve und verschwindet und kein Mensch im Auto. Da ich zu klein war, um sitzend das Gaspedal zu drücken, musste ich stehend fahren. Fürs Schauen blieb mir die Lücke zwischen dem Steuerrad und der Anzeigetafel. Alles in allem reichte mein Kopf nicht über das Lenkrad hinaus, und so war ich beim Fahren praktisch unsichtbar.

Manche Kinder haben von ihren Eltern Kalaschnikows, andere Handgranaten oder halbautomatische Sturmgewehre gekriegt. Die, die eine Pistole bekommen haben, sind vor Scham gar nicht spielen gekommen. Ich hatte von meiner Familie ein Auto zur Verfügung. Von all den Kalaschnikow-Spielen, die man so spielen kann, gefiel mir am meisten, mit Leuchtmunition in die Dunkelheit zu schiessen.

(Mit solch einer Geschichte hat auch das grösste Problemkind des Landes Respekt vor dir. Eventuell wäre ich der beste Therapeut für schwererziehbare Kinder. Müsste nur in der Raucherecke der Anstalt eine nach der anderen drehen und Geschichten aus dem Leben erzählen. Nicht irgendwelche Theorien! Und ein Semester später wären alle für die Matura am Lernen!)

Zehn Jahre nach dem ersten Schuss mit einer Kalaschnikow machte ich die Rekrutenschule in der Schweiz. Was für eine doofe Idee, mich mit einer Kriegsallergie ins Militär zu schicken? Auf die Aufforderung des Waffeninstruktors in der ersten Lektion, den Knopf zu drücken und den kleinen Bolzen am Lauf zu drehen, sagte ich, Sie, ich habe meine Waffe schon in alle Teile zerlegt, kann ich jetzt, bitte, eine Pause machen, bis die anderen auch soweit sind. Daraufhin hat einer meiner Mitsoldaten, der mitgeschaut hat, wie ich die Waffe auseinander nehme, so Angst gekriegt, dass er die Gruppe wechselte. Ey nei, häsch de Lazić gseh. Nei! Voll Psycho! Sehr wahrscheinlich dachte er, der, der mal im Krieg war, wenn der mal Alpträume hat, ist mindestens die Hälfe der Kaserne tot. S isch nüt luschtig!

Mit dem Auto sind wir immer wieder an den Fluss gefahren, in den Laden, zum anderen Typen, ins andere Dorf. Einfach nicht in die Stadt. Da könnte jemand das Auto klauen! Sonst nobody gives a fuck! Die Polizei gab's nicht und wenn sie kämen, dürften sie dich offiziell für Nichts erschiessen. Es herrscht Ausnahmezustand! Dort drüben ist die Front!

Wie viele Elfjährige passen in ein Fiat 128? Etwa 16, 17 meiner Meinung nach. Wenn dann alle aussteigen wollen, geht es eine halbe Stunde. Und von weitem sieht es aus wie an einer Bushaltestelle.

Die Grossen in dieser Zeit hatten richtig spannende Spielzeuge. Flugzeuge. Anti-Luftabwehr-Autos. Panzer. Bazookas. Raketen. Kennst Du? Mesečina, sunce sija ponoć bije joj joj... Wörtlich übersetzt heisst es: Mondschein, die Sonne scheint, es ist Mitternacht aj, aj... Konkret übersetzt heisst es: es ist Nacht und deine Ortschaft wird gerade bombardiert.

Und wie schnell kann ein Fiat 128 eigentlich maximal km/h auf einer geraden Strecke fahren? Ab 140 shaket der Lenker so fest, dass man ihn fast nicht mehr richtig halten kann und man bekommt Angst vor dem Gaspedal.

Etwa um Mitternacht, als langsam der Spass verging, fuhren wir zu dritt, zuerst einen Freund nach Hause bringen, dann den anderen.

Unasphaltierte Strasse, eine starke Kurve, viel zu viel Kies. Ich, durch eine komische Euphorie getrieben, wie ein Wahnsinniger zu schnell am Fahren. Frage mich jedes Mal, wie ich damals die schmale Brücke passiert habe. In der Kurve fängt das Auto an Slalom zu machen. Instinktiv drücke ich sofort die Bremse. Noch schlimmer! Das Auto schleudert aus der Kontrolle. Durch die Windschutzscheibe erblicke ich den Wald. Ich will die Kupplung drücken. Im ganzen Stress drücke ich aufs Gas und realisiere wie ein Baum auf uns zurast. Ich drücke den Lenker fest mit beiden Händen. Und bang bang. Tsssssss. Bang!

Für eine Sekunde liege ich auf dem Rücken auf der Vorderhaube des Autos. Tsssssss. Ich lande mit beiden Beinen auf der Strasse. Ich drehe mich um und sehe das Auto im Graben seitlich am Liegen. Mein Gott, ich habe Žiko umgebracht, sein Vater ist kürzlich im Krieg gestorben und jetzt bringe ich noch den Jüngsten um, waren meine ersten Gedanken. Ich rufe, Žiko lebst du? Aus dem verkehrten Auto kommt ein schmerzhaftes Ja raus. Danke Gott, ich merke es mir. Ich helfe Žiko aus dem Auto zu steigen.

Alle Türen sind vom Schlag blockiert, die Windschutzscheibe rausgefogen. Er klettert durch das Loch der Windschutzscheibe, aus dem ich zwei Sekunden zuvor in der Mitte des Aufpralls rausgefogen bin. Žiko hatte einen kleinen Kratzer auf der linken Hand. Ich, null Kratzer, nichts. Sehr wahrscheinlich ist die Windschutzscheibe beim Aufprall rausgeflogen und ich selbst eine Millisekunde danach. Der Baum, in den wir aufgeprallt sind, war genug stark, um uns aufzuhalten, aber nicht genug dick, um uns auf der Stelle sofort anzuhalten. So wurde das Auto vom Baum zurückgeschleudert.

Das Dach des Autos, normalerweise flach, parallel zum Boden, war bei meinem Auto nach dem Unfall dreieckig wie ein Zelt. Das Auto völlig zerstört. Paar einzelne Teile hätte man vielleicht noch gebrauchen können, sonst war alles kaputt. Für mich war es, als hätte mich eine riesige Katzenmutter am Nacken gepackt und während des Aufpralls aus dem Auto gezogen und auf den Boden gestellt.

In der Mitte der Nacht sind wir zum ersten Haus gegangen, haben geläutet und gefragt, ob er unser Auto mit seinem Traktor aus dem Graben rausziehen könnte.

Da er unsere Väter kannte, war das auch nach Mitternacht kein Problem. Zurück an der Unfallstelle, sieht es aus wie auf dem Jahrmarkt. Zehn Leute, jede Person berührt irgendeinen Teil des im Graben liegenden Autos und spekuliert. Das Vorderteil des Autos schaut in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Der Bauer, der uns ein wenig aus dem Graben helfen sollte, ruft, uiiii!!! und sagt, Kinder seid froh, dass ihr lebt. Alle rundherum wundern sich, dass wir noch leben. So ein total kaputtes Auto und der eine kommt nur mit einem Kratzer davon!?!

Paar Kilometer weiter, mit dem Wrack des Autos zu Hause angekommen, ist die halbe Nachbarschaft versammelt, um zu hören, was passiert ist. In dieser Zeit lebten neben mir und meinem Bruder noch fünf andere Flüchtlings-Familien aus Sarajevo in unserem Haus. Nach einer Weile sagte ich, ich bin müde und gehe schlafen.

Unter der Decke angekommen, versuche ich zu schlafen. Zu viele Leute draussen und zu viele Bilder im Kopf. Ich stehe wieder auf und geselle mich zur Runde, die auch dieses Glück im Unglück ausnutzte, um die ganze Nacht hindurch mit Schnaps zu feiern. Das war meine erste
Freinacht.

Am nächsten Morgen, als wir der Grossmutter von Žiko vom Ereignis erzählten, sagte sie, wir sollten beim dritten Unfall aufpassen, denn das dritte Mal sei das Unglücklichste.

Als ich meinen Eltern telefonisch vom kaputten Auto erzählte, waren sie überglücklich, und sagten, ich solle mir keine Sorgen machen,
Hauptsache mir fehle nichts. Ein paar Wochen später kam ich zu ihnen in die Schweiz, weil es vorher nicht möglich war.

ZUM AUTOR:
Milenko Lazić ist freischaffender Künstler, er lebt und arbeitet in Zürich. Mehr zu seinem künstlerischen Schaffen unter www.milenko.ch

 

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Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

Friday, 10. September 2021

Posted by Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

#NewSwitzerland

Glossary
Glossary #NewSwitzerland

 

The #NewSwitzerland glossary is going to present concepts relevant to understanding migration, diversity and racism in Switzerland – in a well-founded and critical manner. The terms #NeSwitzerland and #DeepDiversity offer an entry point.

Elio Lanari 17. April 1960 – 17. Juni 2021

Saturday, 3. July 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

Elio Lanari

Elio, caro, viel zu kurze Zeit nur hast Du unseren Vorstand mit Deiner Arbeit beehrt. Dein Engagement aber war schon viel älter. In den 60ern als Kind von italienischen Einwanderern in der Schweiz aufgewachsen, wusstest Du, was es hiess, sich gegen alle Hindernisse einen Platz in dieser Gesellschaft zu erkämpfen.

Aktion Vierviertel – Wer hier lebt, soll ein Recht auf Einbürgerung haben!

Sunday, 20. June 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

Bündnis für einen mutigen Gesellschaftsentwurf

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat keine Schweizer Staatsangehörigkeit, obwohl sie in der Schweiz zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Dies möchte der Verein Aktion Vierviertel ändern. Die Aktion Vierviertel wurde von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, das von INES unterstützt wird, angestossen und aufgebaut. Sie fordert das automatische Bürgerrecht für alle, die hier geboren sind, und ein Grundrecht auf Einbürgerung für die, die seit vier Jahren hier leben.

«We Talk. Schweiz ungefiltert» - die Talkshow mit Migrationsgeschichte am Frauen*streik

Tuesday, 15. June 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

Feministische Aktionstage 2021, Fotos: raumsinn | dani fels

«We Talk. Schweiz ungefiltert» wurde im Frühling 2021 vom Förderverein des Institut Neue Schweiz, dem Berner Rassismus Stammtisch und dem Kollektiv Ostwind - Ostschweiz mit Migrationsvorsprung ins Leben gerufen. Bei We Talk sprechen Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung miteinander: «Ungefiltert, reflektiert und kritisch.» Gestern wurde im Rahmen des Frauen*streiks die zweite Folge lanciert.

Institutionelle Öffnung der Kulturhäuser - Erfahrungen und Empfehlungen

Thursday, 3. June 2021

Posted by Inés Mateos

 

Im 2019 starteten das Literaturhaus und die Kaserne Basel mit dem Institut Neue Schweiz INES das Projekt Atelier Neue Schweiz Basel, bei dem die Öffnung hin zur postmigrantischen Schweiz der beiden Kulturhäuser im Zentrum stand. Über den angestossenen Transformationsprozess spricht Inés Mateos von INES mit Sandro Lunin, dem Leiter Kaserne Basel, und mit Katrin Eckert, der Leiterin des Literaturhaus Basel. Hier kann das Gespräch angesehen werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen des Projekts sind zehn Empfehlungen erarbeitet worden.

Neue Initiativen zu Repräsentation in den Medien

Tuesday, 1. June 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

raumsinn / dani fels

Obwohl die Schweiz vielfältig ist, sind Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung, People of Color, Stimmen mit Akzenten und «ausländisch» klingenden Namen in den Medien stark unterrepräsentiert. Zunehmend mehr Initiativen nehmen diese Missstände als Anlass, eigene Projekt aufzubauen. In einem Webinar, das von den Neuen Schweizer Medienmacher*innen und Lucify.ch in Zusammenarbeit mit dem Institut Neue Schweiz INES organisiert wurde, kamen sie miteinander ins Gespräch. Hier kann das Video angesehen werden.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

Sunday, 30. May 2021

Posted by Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

«Was hat dein Name für eine Sprache?»

Thursday, 20. May 2021

Posted by Cathrine Lutz, Co-Leiterin Projekt «Schul-Geschichte der Neuen Schweiz»

 

Postmigrantische Schulgeschichten der Neuen Schweiz - Mitwirkende an der Geschichtensammlung erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

Thursday, 15. April 2021

Posted by Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

#DeepDiversity

OPEN LETTER TO THE FEDERAL COUNCIL

Friday, 1. May 2020

Posted by INES Institute New Switzerland

 

ECONOMIC NEEDS IN TIMES OF THE CORONA CRISIS MUST NOT ENDANGER RESIDENCE STATUS AND NATURALISATIONS - LET US SHOW SOLIDARITY HERE, TOO!

The corona pandemic is not only a health crisis, but also a social and economic crisis. Many people are threatened by unemployment, will be dependent on social welfare and will have to take on debts, also in Switzerland. The financial and social implications of this are massive, and so are the legal consequences – something many people are unaware of. In decisions on residence status and naturalisation, one of the decisive factors is 'economic integration'. The corona pandemic is therefore a potential existential threat to many people: A quarter of the resident population does not have Swiss citizenship, but supports and helps shape the country on a daily basis.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

Friday, 6. March 2020

Posted by Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

"Ich bin Secondo, also bin ich."

Tuesday, 21. January 2020

Posted by Uğur Gültekin

 

Samir und Ugur Gültekin.

Der Filmemacher Samir und Uğur Gültekin (INES-Institutsleitung und Journalist) tauschen sich in diesem postmigrantischen Generationengespräch über das Erwachsenwerden in unterschiedlichen Jahrzehnten aus. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, blicken auf hoffnungsspendende Momente zurück und werden über den Fakt überrascht, dass sie ohne sich zu kennen, durch die Arbeit des anderen empowert wurden.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Monday, 15. July 2019

Posted by Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Thursday, 16. May 2019

Posted by Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Friday, 9. April 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

Monday, 15. June 2020

Posted by INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

Do the Right Thing! #NeueSchweiz im Kino im Kocher

Wednesday, 9. September 2020

Posted by Friends of INES aka FRINES, Mardoché Kabengele

 

*Am 22. August zeigte das gratis Openairkino „Kino im Kocher“ den Film „Do the Right Thing vom Schwarzen Regisseur, Produzenten und Schauspieler Spike Lee. Sie wollten für das diesjährige Event eine klare Position gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus beziehen. Das Institut Neue Schweiz (INES) und sein Förderverein Friends of INES (FrINES) waren mit einer Eröffnungsrede von Mardoché Kabengele und Lucia Aguilar und einem Stand vor Ort. **

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Thursday, 8. April 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

Friday, 10. September 2021

Posted by Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

Elio Lanari 17. April 1960 – 17. Juni 2021

Saturday, 3. July 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

Elio Lanari

Elio, caro, viel zu kurze Zeit nur hast Du unseren Vorstand mit Deiner Arbeit beehrt. Dein Engagement aber war schon viel älter. In den 60ern als Kind von italienischen Einwanderern in der Schweiz aufgewachsen, wusstest Du, was es hiess, sich gegen alle Hindernisse einen Platz in dieser Gesellschaft zu erkämpfen.

«We Talk. Schweiz ungefiltert» - die Talkshow mit Migrationsgeschichte am Frauen*streik

Tuesday, 15. June 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

Feministische Aktionstage 2021, Fotos: raumsinn | dani fels

«We Talk. Schweiz ungefiltert» wurde im Frühling 2021 vom Förderverein des Institut Neue Schweiz, dem Berner Rassismus Stammtisch und dem Kollektiv Ostwind - Ostschweiz mit Migrationsvorsprung ins Leben gerufen. Bei We Talk sprechen Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung miteinander: «Ungefiltert, reflektiert und kritisch.» Gestern wurde im Rahmen des Frauen*streiks die zweite Folge lanciert.

Neue Initiativen zu Repräsentation in den Medien

Tuesday, 1. June 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

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Obwohl die Schweiz vielfältig ist, sind Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung, People of Color, Stimmen mit Akzenten und «ausländisch» klingenden Namen in den Medien stark unterrepräsentiert. Zunehmend mehr Initiativen nehmen diese Missstände als Anlass, eigene Projekt aufzubauen. In einem Webinar, das von den Neuen Schweizer Medienmacher*innen und Lucify.ch in Zusammenarbeit mit dem Institut Neue Schweiz INES organisiert wurde, kamen sie miteinander ins Gespräch. Hier kann das Video angesehen werden.

«Was hat dein Name für eine Sprache?»

Thursday, 20. May 2021

Posted by Cathrine Lutz, Co-Leiterin Projekt «Schul-Geschichte der Neuen Schweiz»

 

Postmigrantische Schulgeschichten der Neuen Schweiz - Mitwirkende an der Geschichtensammlung erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule.

#DeepDiversity

OPEN LETTER TO THE FEDERAL COUNCIL

Friday, 1. May 2020

Posted by INES Institute New Switzerland

 

ECONOMIC NEEDS IN TIMES OF THE CORONA CRISIS MUST NOT ENDANGER RESIDENCE STATUS AND NATURALISATIONS - LET US SHOW SOLIDARITY HERE, TOO!

The corona pandemic is not only a health crisis, but also a social and economic crisis. Many people are threatened by unemployment, will be dependent on social welfare and will have to take on debts, also in Switzerland. The financial and social implications of this are massive, and so are the legal consequences – something many people are unaware of. In decisions on residence status and naturalisation, one of the decisive factors is 'economic integration'. The corona pandemic is therefore a potential existential threat to many people: A quarter of the resident population does not have Swiss citizenship, but supports and helps shape the country on a daily basis.

"Ich bin Secondo, also bin ich."

Tuesday, 21. January 2020

Posted by Uğur Gültekin

 

Samir und Ugur Gültekin.

Der Filmemacher Samir und Uğur Gültekin (INES-Institutsleitung und Journalist) tauschen sich in diesem postmigrantischen Generationengespräch über das Erwachsenwerden in unterschiedlichen Jahrzehnten aus. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, blicken auf hoffnungsspendende Momente zurück und werden über den Fakt überrascht, dass sie ohne sich zu kennen, durch die Arbeit des anderen empowert wurden.

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Thursday, 16. May 2019

Posted by Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

Monday, 15. June 2020

Posted by INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

Thursday, 8. April 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 10: Von wegen Chancengleichheit! Ein Gespräch mit Aygül Pala

#NewSwitzerland

Glossary
Glossary #NewSwitzerland

 

The #NewSwitzerland glossary is going to present concepts relevant to understanding migration, diversity and racism in Switzerland – in a well-founded and critical manner. The terms #NeSwitzerland and #DeepDiversity offer an entry point.

Aktion Vierviertel – Wer hier lebt, soll ein Recht auf Einbürgerung haben!

Sunday, 20. June 2021

Posted by Institut Neue Schweiz

 

Bündnis für einen mutigen Gesellschaftsentwurf

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat keine Schweizer Staatsangehörigkeit, obwohl sie in der Schweiz zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Dies möchte der Verein Aktion Vierviertel ändern. Die Aktion Vierviertel wurde von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, das von INES unterstützt wird, angestossen und aufgebaut. Sie fordert das automatische Bürgerrecht für alle, die hier geboren sind, und ein Grundrecht auf Einbürgerung für die, die seit vier Jahren hier leben.

Institutionelle Öffnung der Kulturhäuser - Erfahrungen und Empfehlungen

Thursday, 3. June 2021

Posted by Inés Mateos

 

Im 2019 starteten das Literaturhaus und die Kaserne Basel mit dem Institut Neue Schweiz INES das Projekt Atelier Neue Schweiz Basel, bei dem die Öffnung hin zur postmigrantischen Schweiz der beiden Kulturhäuser im Zentrum stand. Über den angestossenen Transformationsprozess spricht Inés Mateos von INES mit Sandro Lunin, dem Leiter Kaserne Basel, und mit Katrin Eckert, der Leiterin des Literaturhaus Basel. Hier kann das Gespräch angesehen werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen des Projekts sind zehn Empfehlungen erarbeitet worden.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

Sunday, 30. May 2021

Posted by Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

Thursday, 15. April 2021

Posted by Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

Friday, 6. March 2020

Posted by Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Monday, 15. July 2019

Posted by Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Friday, 9. April 2021

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket Folge 11: Wir sind die Mehrheit - mit Albina Muhtari

Do the Right Thing! #NeueSchweiz im Kino im Kocher

Wednesday, 9. September 2020

Posted by Friends of INES aka FRINES, Mardoché Kabengele

 

*Am 22. August zeigte das gratis Openairkino „Kino im Kocher“ den Film „Do the Right Thing vom Schwarzen Regisseur, Produzenten und Schauspieler Spike Lee. Sie wollten für das diesjährige Event eine klare Position gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus beziehen. Das Institut Neue Schweiz (INES) und sein Förderverein Friends of INES (FrINES) waren mit einer Eröffnungsrede von Mardoché Kabengele und Lucia Aguilar und einem Stand vor Ort. **

INES