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Asmaa Dehbi: "Rassismus funktioniert immer über Herstellung von Differenzen."

Friday, 13. December 2019

Posted by Tarek Naguib

 

© Hannan Salamat

Asmaa Dehbi ist Erziehungswissenschaftlerin und Aktivistin. Sie studiert an der Universität Zürich und verfasste ihre Masterarbeit zum Thema Rassismuskritik in der Sozialen Arbeit. Dehbi leitet Diskussionsrunden für Jugendliche zur Prävention von Radikalisierung und Extremismus. Gemeinsam mit anderen Studierenden lancierte sie ausserdem die Kurzfilmkampagne «Swiss Muslim Stories». Tarek Naguib hat Asmaa Dehbi im Lichthof der Universität Zürich getroffen und mit ihr über die Erkenntnisse ihrer Masterarbeit, Orientalismen und stereotype Bilder über MuslimInnen in der Schweizer Alltagskultur, antirassistischen Widerstand und Demokratie gesprochen.

Tarek Naguib: In deiner Masterarbeit sprichst du von antimuslimischem Rassismus. In den Schweizer Medien taucht dieser Begriff jedoch praktisch nicht auf und auch in wissenschaftlichen Arbeiten wird er selten gebraucht. In offiziellen Dokumenten wie dem aktuellen Bericht der eidgenössischen Fachstelle für Rassismusbekämpfung wird vor allem der Begriff der «Muslimfeindlichkeit» verwendet. Wie stehst Du zu ihm?
Asmaa Dehbi: Ich erachte diesen Begriff als wenig hilfreich. Wer von «Muslimfeindlichkeit» spricht, lässt offen, wie diese Feindschaft historisch entstanden ist und aus welcher gesellschaftlichen Position heraus sie ausgeübt wird. Noch ungeeigneter ist meiner Meinung nach der Begriff «Islamophobie», der vor allem im Englischen verbreitet ist. Beide Begriffe stellen "Islamophobie" als individual- und kollektivpsychologisches Problem dar, wodurch er in gewisser Weise als übertriebenes Angstgefühl einzelner Menschen oder Bevölkerungsgruppen gerechtfertigt wird. Dadurch gerät die strukturelle Dimension der Stigmatisierung und Ausgrenzung von MuslimInnen aus dem Blick – oder wird zumindest bagatellisiert. Im Grunde genommen geht es aber genau um diese Diskriminierung von MuslimInnen, deshalb spreche ich meist von antimuslimischem Rassismus.

Weshalb reicht es nicht, von Rassismus tout court zu sprechen?
Wie jeder andere Rassismus funktioniert auch antimuslimischer Rassismus ganz zentral über die Herstellung von Differenz. Es geht um die Konstruktion eines «Wir» und «die Anderen». Rassismus dient dazu, das weisse «Wir» als fortgeschritten, aufgeklärt und vernünftig darzustellen. Bei Rassismus gegen MuslimInnen, und das ist in gewisser Weise ein Spezifikum, werden «die Muslime» pauschalisierend als rückständige, fanatische und potenziell gewalttätige Horden imaginiert. Obwohl über 400'000 MuslimInnen in der Schweiz leben, gelten sie nicht als der Schweiz zugehörig, sondern als potenzielle Bedrohung von «aussen». Sehr ausgeprägt ist im Falle des antimuslimischen Rassismus die Verwobenheit mit sexistischen Denkmustern – wie etwa jüngst im Rahmen des Frauenstreiks dieses Jahr, als muslimischen Frauen, die sich für die selbstbestimmte Freiheit des Tragens des Kopftuchs einsetzten und dafür angefeindet wurden (s. den Artikel «Rassismus am Frauenstreik von Meral Kaya): «Der Islam» wird ja im gängigen Narrativ immer auch als patriarchale Religion dargestellt, die angeblich Frauen unterdrückt und deshalb unvereinbar mit «westlichen» Werten sei.

Viele dieser Bilder, von denen du sprichst, wurden ja ab 9/11 im öffentlichen Diskurs hochgekocht. Ein offensichtliches Beispiel für die Verquickung des Islams als Bedrohung mit der Vorstellung der Unterdrückung der Frau ist die Volksinitiative "Gegen den Bau von Minaretten".
Und das ist nur ein Beispiel von stereotypen Bildern, die damals in den Jahren 2009 und 2010 zu einer Intensivierung von alltäglichen Diskriminierungen und teils heftigen Beschimpfungen von unter anderem muslimischen Frauen mit Kopftuch im öffentlichen Raum führten. Die Bilder sind tief im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Als ich kürzlich an einem Workshop nach spontanen Assoziationen mit dem Wort «Muslim» gefragt habe, kamen immer dieselben Attribute ins Spiel: langer Bart, langes Gewand, grimmiger Blick. Es ist verrückt: In der gängigen Wahrnehmung lachen MuslimInnen nicht. Mir wurde auch schon gesagt: «Für eine Muslimin bist du sehr humorvoll». Das eine scheint das andere auszuschliessen.

Ein weiteres Beispiel für ein Stereotyp ist: Beim Wort «Muslim» denken die Leute an einen Mann «arabischer» oder «türkischer» Herkunft.
Ja. Und dies, obwohl beispielsweise im südostasiatischen Raum Millionen MuslimInnen leben und Schweizer MuslimInnen über dermassen unterschiedliche Zugehörigkeiten und Bezüge verfügen. Das Bild korrespondiert nicht mit der Realität. Der Islam wird in der Schweiz ethnisiert, die Leute denken, und das mag erstaunen, oft immer noch an fliegende Teppiche, Basare, Schleier oder Harems. Zudem zeigt der erwähnte Rassismusbericht der Fachstelle für Rassismusbekämpfung, dass «negative Meinungen und Stereotype» über MuslimInnen bei der Bevölkerung die höchste Zustimmung erfahren. Und diese Bilder sind aufgrund der daraus resultierenden alltagsrassistischen Handlungen keineswegs so harmlos wie sie auf den ersten Blick wirken könnten. So haben beispielsweise kopftuchtragende Musliminnen praktisch keine Chance, ein für die Lehrausbildung obligatorisches Praktikum zu absolvieren. Ich kenne einige muslimische PädagogInnen, denen der Zugang zum Lehrberuf verwehrt bleibt, weil ihnen eine Missionierung oder Manipulation ihrer SchülerInnen unterstellt wird. Es wird ihnen von Grund auf mit mehr Misstrauen begegnet als etwa ChristInnen oder AtheistInnen. Das ist naiv und diskriminierend zugleich.


Woher kommt denn das historisch, das hat ja vor 9/11 begonnen?

Das sind paradigmatische orientalistische Bilder aus Literatur und Alltagskultur, auf die einerseits zurückgegriffen wird, die sich andererseits aber auch laufend verändern und an aktuelle Entwicklungen anpassen beziehungsweise diese mitprägen. Die Psychologin Brigitte Rommelspacher zeigt sehr schön auf, woher diese Bilder kommen, und was ihre gesellschaftliche Funktion ist. Sie spricht von inneren Widersprüchen, die über die Dämonisierung des Islams ausgelagert werden. Die Figur des gewaltbereiten muslimischen Mannes wurde beispielsweise im Zusammenhang mit den Kreuzzügen entwickelt, um von der Brutalität der westlichen Streitkräfte abzulenken und die eigenen kriegerischen Aktivitäten zu rechtfertigen. Im viktorianischen Zeitalter kamen sogenannt «sexotisierende» Projektionen dazu, die den "triebgesteuerten Muslimen" und die "verführerische und unberührte Muslimin" in Abgrenzung zu den züchtigen ChristInnen entwarfen. Im Zuge der Aufklärung setzte sich schliesslich die Darstellung der muslimischen Welt als rückständig und barbarisch durch. In all diesen Epochen ging es darum, die «eigene» «okzidentale» Identität in Abgrenzung zur vorgeblich «fremden» «orientalen» Identität zu festigen. Dabei werden Musliminnen und Muslime tendenziell auf wenige, in der Regel problematische Eigenschaften reduziert, während Angehörige der nichtmuslimischen Gesellschaft als Individuen mit einer komplexen Persönlichkeit gelten.

Und diese historischen Verzerrungen wirken auf höchstproblematische Weise in aktuelle gesellschaftliche Debatten rein?
Ja, wenn etwa 2004 im Rahmen der Abstimmung zur Vorlage zur erleichterten Einbürgerung ausgehend von einer kruden Hochrechnung statistischer Zahlung eine bedrohliche Zunahme der muslimischen Bevölkerung mit einer frauenfeindlichen Kultur fantasiert wird. Diese sowohl einseitige Reduktion wie auch rassistische Darstellung hat zur Folge, dass sich PolitikerInnen von links bis weit in bürgerliche und rechte Kreise die Verteidigung der Frauenrechte im Namen einer scheinbaren Schweizer Leitkultur auf die Fahnen schreiben, anstatt dass wir ehrlich und vertieft über Rassismus und heteronormative Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität in der Schweiz diskutieren. Auch der Sexismus wird zum "muslimischen" Problem gemacht, sodass Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt an Frauen in den eigenen Reihen aber auch feministische Praxen von muslimischen Frauen dethematisiert werden, wie Jovita dos Santos Pinto in ihrem Beitrag «Samira. Hüterin der Kolonialnostalgie» zeigt.

Die von dir beschriebenen Geschlechter-Stereotype und Verobjektivierungen von muslimischen Männern und Frauen finden sich an verschiedenen Stellen in unserer Alltagskultur – zum Beispiel in Liedern wie dem «Sidi Abdel Assar» von Mani Matter.

Mani Matter - Dr Sidi Abdel Assar

Auszug aus dem Songtext zu "Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama" von Mani Matter
dr sidi abdel assar vo el hama
, het mal am morge früe no im pijama, 
ir strass vor dr moschee
, zwöi schöni ouge gseh
 das isch dr afang worde vo sim drama
s. isch d tochter gsy vom mohamed mustafa, 
dr abdel assar het nümm chönne schlafa, 
bis är bim mohamed
 um d hand aghalte hed
 und gseit: i biete hundertfüfzig schaf a
. dr mohamed het gantwortet: bi allah
es fröit mi, dass my tochter dir het gfalla. 
doch wärt isch si, my seel
zwöhundertzwänzg kamel
und drunder chan i dir sen uf ke fall la

Es ist eindrücklich, wie auf diese Register zugegriffen wird. Und wie sich ihre Gewichtung in den letzten Jahrzehnten verschob. Vor 9/11 war das romantisch-exotisierende Element in der Schweiz zum Beispiel noch viel stärker verbreitet. Die «orientalische Frau» war damals noch nicht so stark entrechtet. Dafür war sie extrem sexualisiert: Sie galt als unberührte Schönheit mit langen, vollen, dunklen Haaren. Ich kriegte das schon als Kind zu spüren: Meine langen Haare waren ständig Thema. Als ich sie abschnitt, bedauerten das alle sehr.

Bei mir hiess es immer: Tarek, du siehst gar nicht so aus wie dein Name klingt. Wenn ich fragte, was sie meinten, kam oft heraus, dass die Leute irgendeinen stereotypen «orientalischen» Mann vor ihrem inneren Auge hatten, mit bestimmten Gesichtszügen, dem ich offenbar nicht entspreche.
Das Problem mit solchen Stereotypen ist ja, dass sie dein Verhalten und dein Selbstbild prägen. Dein Gegenüber hat ein bestimmtes Bild im Kopf, dem du gehorchen sollst. Ich wurde beispielsweise oft gefragt, ob ich Bauchtanze. Das ist ein ziemlich verengter Blick von möglichen Hobbys, die sich die Leute bei mir vorstellen konnten.

Wie gehst du persönlich mit solchen Zuschreibungen um? Im erwähnten Rassismusbericht des Bundes steht nämlich auch, dass die jüngeren Generationen selbstbewusster auf Alltagsrassismen reagiere, als die Generation ihrer Eltern. Siehst du das auch so?
Das mag schon sein. Vielleicht verfügen wir stärker über eine Sprache, um das Problem zu benennen. Und es gibt mehr rassismuskritische Initiativen von MuslimInnen als früher. Gleichzeitig muss festgehalten werden: Die verbreitetste Umgangsstrategie mit Rassismus ist auch unter MuslimInnen weiterhin die Verdrängung. Das zeigen zahlreiche Studien. Und das sagt mir mein Gefühl. Ich kenne viele Menschen, die Dinge sagen wie: «Nun habe ich siebzig Bewerbungen geschrieben und nur Absagen erhalten. Aber das ist halt einfach so. Ich muss mir halt mehr Mühe geben.»

Auch bei jungen Menschen, die hier geboren sind, kommt nicht selten die Antwort: Das ist doch nicht Rassismus, das ist normal. Worauf sie allerdings dann oft zu schmunzeln beginnen. Andererseits erinnere ich mich an meinen Vater, der sich als er in den 1960er-Jahren aus Kairo in die Schweiz gekommen war, anpasste und sich anders als ich keinen «unnötigen» Risiken aussetzen wollte.
Sich Alltagsrassismen zu stellen braucht Zeit und Energie, ganz unabhängig von Lebensalter und Generation. Im Studium habe ich viel Zeit damit verbracht, meine eigenen Rassismuserfahrungen einzuordnen. Diese Möglichkeit haben nicht alle. Und hier liegt auch die Gefahr der vereinfachenden und vielleicht auch naiven Erzählung einer «neuen Generation», die selbstbewusster mit Rassismus umgeht: Sicher, stark verallgemeinert gesagt haben die Generationen oder jene Menschen, die hier geboren sind, einen anderen Bezug zur Schweiz als jene, die hierher kommen. In Tat und Wahrheit sind wir aber alle heillos überfordert mit der Situation, weil wir uns dieses Wissen über Rassismus nach wie vor selbst aneignen müssen. Die Politik hat eine Handlungspflicht, was Rassismusbekämpfung angeht. Das Thema müsste in den Lehrplan rein – und ins Curriculum der Pädagogischen Hochschulen. Daneben sind aber vor allem auch wir als Zivilgesellschaft weiter gefordert. Wir müssen mutiger und selbstbewusster werden, Widerrede leisten und uns organisieren.

Wie kommen wir zu diesem Widerspruch? Es ist ja nicht so einfach, wie du selbst sagst: Mehr über Rassismus zu lernen ist das eine, das andere sind die Umgangsweisen. Auf rassistische Polizieikontrollen beispielsweise reagieren viele Betroffene mit Scham, wie eine aktuelle Studie zu «Racial Profiling» in der Schweiz zeigt. Sie fühlen sich gedemütigt, sind überfordert, einzelne versuchen dem etwas entgegenzusetzen. Teilweise sehr offensiv wie das Beispiel einer Person, die sich bei einer Polizeikontrolle aus Protest nackt auszog. Aber es gibt auch subtilere Formen der Widerständigkeit: Kritische Rückfragen stellen, die rassistisch agierende Person in Erklärungsnot bringen. Was braucht es, um diese Widerständigkeiten zu stärken?
Zunächst brauchen wir mehr Orte, wo Erfahrungen mit Alltagsrassismus angesprochen werden können. Ich merke das in den Diskussionstreffs mit Jugendlichen, die ich leite: Die Jugendlichen haben weder zuhause, noch in der Lehre oder der Moschee die Möglichkeit, um diese Dinge anzusprechen. Das wird nirgends abgefangen. Es ist unglaublich, was sich in diesen Workshops dann alles entlädt. Und wie wichtig die Gespräche für die Jugendlichen sind, um von Schuld- und Ohnmachtsgefühlen zu einem gestärkten Handeln zu kommen.

Eine ähnliche Entwicklung beschreibt Mohamed Wa Baile im Zusammenhang mit seinem Engagement gegen Racial Profiling (siehe auch Blogbeitrag «Hautverdächtig»). Er sagt: Seit er sich politisch gegen rassistische Polizeikontrollen wehrt, sind seine Schamgefühle und Wut weg, wie er selbst sagt. Heute tun ihm die PolizistInnen leid, und vor allem: er sieht sich selbst nicht mehr als «Opfer», die sich dauern erklären muss, sondern als Person, die selbstbewusst Widerstand leistet.
Eine offene Auseinandersetzung mit Rassismuserfahrungen ist wichtig, um aus dem Rechtfertigungsdiskurs herauszukommen, das sehe ich auch so. Wenn unsere Eltern auf die vermeintlich patriarchale Dimension des Islams angesprochen worden wären, hätten sie den Koran hervorgeholt, um diesen Vorwurf inhaltlich zu widerlegen. Mit dieser defensiven Haltung kommen wir nirgends hin. Sie zwingt uns, zu HalbtheologInnen zu werden. Ich finde es mehr als legitim zusagen: Ich habe einen spirituellen Bezug zu meinem Glauben und muss mich nicht dafür rechtfertigen. Kommen Menschen heute mit ähnlichen Aussagen auf mich zu, frage ich zurück: Wie kommst du darauf? Kannst du dir vorstellen, dass deine Frage hochproblematisch ist? Mein Ansatz ist sehr pädagogisch. Häufig beginne ich mit Sätzen wie: «Weisst du, ich habe diese stereotypen Bilder auch in mir drin. Auch ich bin rassistisch.» So hole ich die Leute ab. Aber das ist auch anstrengend.

Das ist eine angemessene Form des Widerstands aus einer Palette an Möglichkeiten. Daneben gibt es aber auch konfrontativere Strategien, die vielleicht Sinn machen können. Bei der Allianz gegen Racial Profiling, in der ich mich engagiere, war von Beginn weg klar: Wir initiieren Rechtsverfahren und mobilisieren möglichst viele Initiativen, die die Polizei und Justiz stark kritisieren. Ein anderes Beispiel für eine eher konfrontativere Strategie ist das Kollektiv «Datteltäter» aus Berlin. Die Gruppe antwortet mit provokativer Satire auf antimuslimischen Rassismus. Braucht es nicht mehr solch offensive Initiativen von MuslimInnen in der Schweiz?
Ich versuche die zwei Fragen in einer so zu beantworten: Ich glaube, die Vielfalt der Initiativen macht es aus. Es ist wichtig, dass man sich nicht auf ein Vorgehen verhärtet und alles andere als illegitim abtut. Und Humor ist sicher eine sinnvolle, aber wohl nicht weniger komplizierte Strategie, denn da können Dinge auch falsch verstanden werden.

Zur Frage, ob das die MuslimInnen selbst mehr tun sollen: Ich war früher auch eher kategorisch und sagte: Alle MuslimInnen, die einigermassen privilegiert sind, müssen sich gegen Rassismus einsetzen. Es gibt keine Entschuldigungen. Heute sehe ich das differenzierter. Ich finde es falsch, MuslimInnen derart in die Pflicht zu nehmen. Schon nur, weil auch das eine Form der Gleichsetzung von MuslimInnen ist, der wir ja eigentlich entgegenwirken wollen. Innerhalb der muslimischen Communities gibt es eine solche Heterogenität an Positionierungen: Ich habe ganz andere Möglichkeiten, als eine Muslimin, die von sieben bis fünf arbeitet und daneben noch eine Familie hat. Heute nehme ich die Leute nicht mehr in die Pflicht, sich zu engagieren. Im Gegenteil: Es ist auch wichtig, dass wir uns nicht selbst «islamisieren» und uns nur noch mit unserer gesellschaftlichen Rolle als MuslimInnen beschäftigen. Die Religionszugehörigkeit ist nur ein Teil unserer Identität. Wir sind auch Schülerinnen, Briefmarkensammler und Squash-SpielerInnen.

Empathisch kann ich das sehr gut nachvollziehen. Aber wer, wenn nicht die von antimuslimischem Rassismus Betroffenen selbst, können und müssen sich wehren?
Es geht eben nicht nur um die Musliminnen und Muslimen, und auch nicht einfach um die von Rassismus Betroffenen. Vielmehr braucht es eine gesamtgesellschaftliche Vorstellung darüber, was eine Demokratie ausmacht, die ihren Ansprüchen genügt. Eine Demokratie, für die sich viele und nicht nur sogenannte Benachteiligte engagieren; denn von sozialer Ungleichheit und Demokratiedefiziten betroffen sind wir alle. Wenn wir Freiheit und soziale Gerechtigkeit und Teilhabe stärken möchten, müssen wir ein mehrheitsfähiges gesellschaftliches Unbehagen darüber entwickeln, dass ein Viertel der Bevölkerung keine politischen Rechte hat. Auch braucht es eine Vorstellung darüber, wie wir es als Gemeinschaft schaffen, den zunehmenden rechten und schliessenden Tendenzen etwas entgegenzusetzen. Dies gelingt uns nur, wenn wir gemeinsam an einem Strick ziehen.

Das geht mir jetzt etwas schnell und ist generell. Der spezifische Fokus jenseits vom Anspruch genereller Gleichheit und Freiheit erleichtert es doch, die Diskriminierungsprobleme zu benennen, weil sie sich stark unterschieden. So sind beispielsweise von der Tatsache mangelnder Stand- und Durchgangsplätze ganz konkret Roma, Sinti und jenische Fahrende betroffen. Es braucht doch eine Benennung dieses Problems von den Betroffenen selbst, wenn wir dieses angehen möchten. Gleichzeitig sehe ich, dass der enge gruppenbezogene Fokus antirassistischer Initiativen die Gefahr der Zersplitterung antirassistischer Kämpfe birgt. Siehst du auch diese Gefahr vor Augen, wenn du forderst, dass wir gemeinsam an einem Strick ziehen?
Ich sehe im Zusammenschluss verschiedener marginalisierter Gruppen tatsächlich grosses Potenzial. Unter dem Label des «interreligiösen Dialogs» gibt es beispielsweise immer wieder gemeinsame Initiativen gegen Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus. Ähnliche Zusammenschlüsse wären in feministischen Kreisen wünschenswert. Auch hier liesse sich aufzeigen: Was dir als weisse Frau passiert, geschieht auch mir als muslimisch markierte Frau - wenn auch auf unterschiedliche Weise. Die Grunderfahrung, über keine Stimme zu verfügen oder keine Deutungshoheit zu bekommen, ist die gleiche. Berührungspunkte schaffen ohne die Differenzen zu überblenden: Das wäre für mich das Ziel. Ich finde es beispielsweise toll, wenn am Schluss einer Plenumsdebatte nicht mehr klar ist, wer jetzt eigentlich die Muslimin und wer die Jüdin war. Wenn es einfach viele Stimmen sind, die für bestimmte grundsätzliche Prinzipien wie Chancengleichheit, Teilhabe und Gerechtigkeit einstehen.

Ich würde mir manchmal mehr strategische Solidarität unter verschiedenen antirassistischen Initiativen und Kollektiven untereinander wünschen.
Und darüber hinaus – ich wiederhole mich, aber dieser Punkt ist mir wichtig – braucht es mehr Solidarität von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft mit Menschen, die Rassismus und andere Formen der Diskriminierung erfahren. Im Falle des antimuslimischen Rassismus werden solche Allianzen oft durch die Haltung verhindert, mit Religion nichts zu tun haben zu wollen. Hier werden zudem grobe Kategorienfehler gemacht. Um dich für meine Anliegen einzusetzen musst du an grundlegende Werte glauben: Chancengleichheit, Glaubensfreiheit. Das ist alles. Du musst nicht an meinen Gott glauben.

Wenn ich dich richtig verstehe, sagst du damit, dass Solidarität im Kampf gegen antimuslimischen Rassismus und Diskriminierungen auch voraussetzt, dass sich Menschen mehr mit ihren verzerrten Vorstellungen über das «Fremde» und «Eigene» auseinandersetzen? Und dass wir uns verstärkt auch die Frage stellen, warum wir gewisse Aspekte eher als «normal» wahrnehmen und andere als Abweichung davon?
Genau, beispielsweise mit der Vorstellung, dass wir in einem komplett säkularisierten Staat leben würden. Häufig geht vergessen, dass das Christentum in der Schweiz nach wie vor rechtliche Privilegien geniesst. Wir leben im Jahr 2019 nach Christus; am Sonntag ist Ruhetag, der an vielen Orten von Kirchenglocken begleitet wird, Ostern und Weihnachten sowie weitere christliche Feste sind gesetzliche Feiertage: Das alles sind Beispiele für eine nach wie vor bestehende Ungleichbehandlung der Religionen. Der Schweizer Staat ist bis heute nicht säkularisiert.

Auch hier plädierst du also für einen kritischen Umgang mit Demokratiedefiziten. Damit triffst du den Anspruch von INES: Könntest du dir vorstellen, dass das Engagement gegen antimuslimischen Rassismus auch in diesem Raum geführt werden könnte?
Er muss. Gerade das Einstehen gegen antimuslimischen Rassismus kann von einer diskursiven Strategie profitieren, die die Vielfalt marginalisierter Positionen betont. Weil dadurch klarer wird, dass es bei antimuslimischem Rassismus eben nicht per se um Religion geht, sondern um Fragen der Diskriminierung und der Teilhabe. Wenn antimuslimischer Rassismus auf der Ebene der Religion verhandelt wird, kommen wir nirgends hin. Fragen wie: «Ist der Islam jetzt tolerant oder nicht?» führen in eine Sackgasse, weil das Grundproblem, der Rassismus, davon nicht angetastet wird. Vielleicht würde es strategisch auch Sinn machen, ganz abstrakt von einer Diskriminierung von Lebensformen zu sprechen. Darunter würde dann auch die sexuelle Orientierung oder eine fahrende Lebensweise fallen. Und erst in einem zweiten Schritt auszuführen, in welcher Weise unsere gesellschaftlichen Institutionen gewisse Bevölkerungsgruppen wie selbstverständlich ausschliessen. Der Sozialwissenschaftler Mark Terkessidis zeigt das am Beispiel der Bibliothek: Was für Bücher stehen im Eingangsbereich? Wer kommt da zu Wort? Und um wessen Lesebedürfnisse geht es? Es sind solche Fragen, die wir uns überall stellen müssen. Um dieses Bewusstsein zu schaffen, braucht es politische Bildung, Sensibilisierung und die Aufwertung von marginalisiertem Wissen. Wir stehen noch ganz am Anfang. In der breiten Bevölkerung ist bis heute nicht angekommen, dass es so etwas wie einen strukturellen antimuslimischen Rassismus überhaupt gibt.

Hier gehts zur Facebook-Seite der Swiss Muslim Stories.

 

 

«Bildung für alle – jetzt!» - diskriminierungsfreie postmigrantische Schulkultur

Friday, 9. October 2020

Posted by Insitut Neue Schweiz INES

 

Die neu lancierte Kampagne «Bildung für alle – jetzt!» setzt sich schweizweit dafür ein, dass der Zugang zur Bildung für Geflüchtete verbessert wird. Auf allen Stufen – obligatorische Schule, Berufs- und Mittelschulbildung und Hochschulen – müssen Hindernisse und Lücken beseitigt werden. Trägerinnen der Kampagne sind die Gewerkschaft VPOD, der Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS, die Grund- und Menschenrechtsorganisation Solidarité sans frontières und eine Reihe von Einzelpersonen.

#DeepDiversity

FRINES @KinoimKocher
22.August 2020 18:00 – 23:30

 

Glossary
Glossary #NewSwitzerland

 

The #NewSwitzerland glossary is going to present concepts relevant to understanding migration, diversity and racism in Switzerland – in a well-founded and critical manner. The terms #NeSwitzerland and #DeepDiversity offer an entry point.

Memleket - Stimmen der Neuen Schweiz: Folge 7!

Friday, 25. September 2020

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket - stimmen der neuen schweiz.

Folge 7 des INES-Podcasts memleket: Hier wird jener Teil der Schweiz hörbar, der heute noch nicht wirklich wahrgenommen wird. Hier spricht die plurale, diverse Schweiz mit Migrationsvordergrund, eine, die eine andere Sicht auf die Welt hat.

Nein zur Entrechtung, Ja zu einer solidarischeren Politik für alle Erwerbstätigen in der postmigrantischen Schweiz

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Posted by Alessandro Pelizzari, Dominik Gross und Sarah Schilliger

 

10 Thesen für ein postmigrantisches Nein zur Kündigungsinitiative am 27. September und eine offensive und eigenständige linke Politik zur Personenfreizügigkeit darüber hinaus.

«Wir können wirklich etwas verändern»

Thursday, 20. August 2020

Posted by Sara Winter Sayilir von Surprise

 

«Ich muss nicht weiss werden, es gibt auch andere Arten, Schweizerin zu sein.» LAURA RIVAS KAUFMANN, 30, arbeitet in der Bildredaktion des Tages-Anzeigers und als freie Journalistin bei Tsüri.ch. Als Aktivistin ist sie in mehreren PoC-Kollektiven dabei und beschäftigt sich intensiv auch mit Feminismus.

Was bewegt Menschen aus der antirassistischen Bewegung in Zeiten von «Black Lives Matter»? Surprise hat vier Aktivist*innen zum Gespräch eingeladen und ausnahmsweise einfach nur zugehört.

Grenzerfahrungen – Ein Bericht einer postmigrantischen Schweizerin

Wednesday, 1. July 2020

Posted by Lucia Aguilar, Mitglied INES Institutsleitung, redigiert von Christoph Damke, Maria-Cecilia Quadri und Tarek Naguib.

 

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen in Europa wieder geöffnet. Ein Rückblick einer postmigrantischen Schweizerin, die während Corona von Costa Rica über die Schweiz bis nach Hamburg gelangt ist.

Die höchste Luzernerin hat Migrationsbiographie!

Tuesday, 30. June 2020

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

Ylfete Fanaj

Am 23. Juni wurde Ylfete Fanaj zur höchsten Luzernerin gewählt, sie ist neu Präsidentin des Kantonsrats. Wir gratulieren Ylfete Fanaj zu ihrem Erfolg und drucken hier mit ihrer Erlaubnis ihre starke und wichtige Rede zur Wahlannahme ab.

Schwarzenbach geht uns alle an! Gedanken zu einer vielstimmigen, antirassistischen Erinnerungspolitik

Friday, 26. June 2020

Posted by Rohit Jain

 

Die Schweiz hat sich von der Black Lives Matter-Bewegung und der davon ausgelösten Rassismus-Debatte überraschen lassen. Dass die Black Lives Matter-Bewegung mit dem Gedenktag an die Ablehnung der Schwarzenbach-Initiative vor 50 Jahren zusammenfällt, ist Zufall und Glücksfall zugleich: Das erste Mal seit den Protesten gegen das Gastarbeiterregime zwischen den späten 1960er und frühen 1980er Jahren finden wieder Massenproteste gegen Rassismus statt, die die Gesellschaft durchschütteln. Wie lässt sich eine kritische Erinnerung an das Gastarbeiterregime als Ausgangspunkt nehmen, um historische Schuld verantwortungsvoll und nachhaltig aufzuarbeiten und eine vielstimmige, antirassistische Demokratisierung zu stärken?

memleket - stimmen der neuen schweiz: Mardoché Kabengele

Friday, 19. June 2020

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket - stimmen der neuen schweiz

Mardoché Kabengele: Folge 6 unseres Podcasts "memleket" ist online!

#NewSwitzerland

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

Monday, 15. June 2020

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Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

OPEN LETTER TO THE FEDERAL COUNCIL

Friday, 1. May 2020

Posted by INES Institute New Switzerland

 

ECONOMIC NEEDS IN TIMES OF THE CORONA CRISIS MUST NOT ENDANGER RESIDENCE STATUS AND NATURALISATIONS - LET US SHOW SOLIDARITY HERE, TOO!

memleket Folge 4: Carlos Ortega

Friday, 13. March 2020

Posted by Christoph Keller & Ugur Gültekin

 

Caption

Unser Blog "Stimmen der neuen Schweiz" hat seit Februar 2020 auch ein Podcast-Format. memleket. Folge 4 ist jetzt online !

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

Friday, 6. March 2020

Posted by Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

memleket - stimmen der neuen schweiz

Friday, 21. February 2020

Posted by Christoph Keller & Ugur Gültekin

 

Unser Blog "Stimmen der neuen Schweiz" hat jetzt auch ein Podcast-Format: memleket. Die ersten drei Folgen sind online verfügbar!

"Ich bin Secondo, also bin ich."

Tuesday, 21. January 2020

Posted by Uğur Gültekin

 

Samir und Ugur Gültekin.

Der Filmemacher Samir und Uğur Gültekin (INES-Institutsleitung und Journalist) tauschen sich in diesem postmigrantischen Generationengespräch über das Erwachsenwerden in unterschiedlichen Jahrzehnten aus. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, blicken auf hoffnungsspendende Momente zurück und werden über den Fakt überrascht, dass sie ohne sich zu kennen, durch die Arbeit des anderen empowert wurden.

«Stadt-für-alle»-Aktion vor der Fachhochschule St. Gallen

Monday, 11. November 2019

Posted by Mardoché Kabengele

 

Copyright: Dani Fels

Eine Ostwind-Initiative in Anlehnung an die Urban Citizenship-Debatte in anderen Städten der Schweiz.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Monday, 15. July 2019

Posted by Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Thursday, 16. May 2019

Posted by Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

Do the Right Thing! #NeueSchweiz im Kino im Kocher

Wednesday, 9. September 2020

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Am 22. August zeigte das gratis Openairkino „Kino im Kocher“ den Film „Do the Right Thing vom Schwarzen* Regisseur, Produzenten und Schauspieler Spike Lee. Sie wollten für das diesjährige Event eine klare Position gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus beziehen. Das Institut Neue Schweiz (INES) und sein Förderverein Friends of INES (FrINES) waren mit einer Eröffnungsrede von Mardoché Kabengele und Lucia Aguilar und einem Stand vor Ort.

«Bildung für alle – jetzt!» - diskriminierungsfreie postmigrantische Schulkultur

Friday, 9. October 2020

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#DeepDiversity

Glossary
Glossary #NewSwitzerland

 

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Tuesday, 15. September 2020

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Monday, 15. June 2020

Posted by INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

memleket Folge 4: Carlos Ortega

Friday, 13. March 2020

Posted by Christoph Keller & Ugur Gültekin

 

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Unser Blog "Stimmen der neuen Schweiz" hat seit Februar 2020 auch ein Podcast-Format. memleket. Folge 4 ist jetzt online !

memleket - stimmen der neuen schweiz

Friday, 21. February 2020

Posted by Christoph Keller & Ugur Gültekin

 

Unser Blog "Stimmen der neuen Schweiz" hat jetzt auch ein Podcast-Format: memleket. Die ersten drei Folgen sind online verfügbar!

«Stadt-für-alle»-Aktion vor der Fachhochschule St. Gallen

Monday, 11. November 2019

Posted by Mardoché Kabengele

 

Copyright: Dani Fels

Eine Ostwind-Initiative in Anlehnung an die Urban Citizenship-Debatte in anderen Städten der Schweiz.

Hautverdächtig – Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank

Thursday, 16. May 2019

Posted by Mohamed Wa Baile und Ellen Höhne

 

»Hautverdächtig« ist die theatralische Dokumentation und Reinszenierung eines Schweizer Gerichtsfalls zu Racial Profiling, der im Jahr 2015 begann und mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig ist. Dieser experimentelle Text bringt die institutionalisierte Diskriminierungspraxis der Polizei ans Licht, in der täglich Menschen verdächtigt, willkürlich aufgehalten und als Rassisierte ausgeschlossen werden.

FRINES @KinoimKocher
22.August 2020 18:00 – 23:30

 

Memleket - Stimmen der Neuen Schweiz: Folge 7!

Friday, 25. September 2020

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket - stimmen der neuen schweiz.

Folge 7 des INES-Podcasts memleket: Hier wird jener Teil der Schweiz hörbar, der heute noch nicht wirklich wahrgenommen wird. Hier spricht die plurale, diverse Schweiz mit Migrationsvordergrund, eine, die eine andere Sicht auf die Welt hat.

«Wir können wirklich etwas verändern»

Thursday, 20. August 2020

Posted by Sara Winter Sayilir von Surprise

 

«Ich muss nicht weiss werden, es gibt auch andere Arten, Schweizerin zu sein.» LAURA RIVAS KAUFMANN, 30, arbeitet in der Bildredaktion des Tages-Anzeigers und als freie Journalistin bei Tsüri.ch. Als Aktivistin ist sie in mehreren PoC-Kollektiven dabei und beschäftigt sich intensiv auch mit Feminismus.

Was bewegt Menschen aus der antirassistischen Bewegung in Zeiten von «Black Lives Matter»? Surprise hat vier Aktivist*innen zum Gespräch eingeladen und ausnahmsweise einfach nur zugehört.

Die höchste Luzernerin hat Migrationsbiographie!

Tuesday, 30. June 2020

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

Ylfete Fanaj

Am 23. Juni wurde Ylfete Fanaj zur höchsten Luzernerin gewählt, sie ist neu Präsidentin des Kantonsrats. Wir gratulieren Ylfete Fanaj zu ihrem Erfolg und drucken hier mit ihrer Erlaubnis ihre starke und wichtige Rede zur Wahlannahme ab.

memleket - stimmen der neuen schweiz: Mardoché Kabengele

Friday, 19. June 2020

Posted by Stimmen der Neuen Schweiz

 

memleket - stimmen der neuen schweiz

Mardoché Kabengele: Folge 6 unseres Podcasts "memleket" ist online!

#NewSwitzerland

OPEN LETTER TO THE FEDERAL COUNCIL

Friday, 1. May 2020

Posted by INES Institute New Switzerland

 

ECONOMIC NEEDS IN TIMES OF THE CORONA CRISIS MUST NOT ENDANGER RESIDENCE STATUS AND NATURALISATIONS - LET US SHOW SOLIDARITY HERE, TOO!

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

Friday, 6. March 2020

Posted by Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

"Ich bin Secondo, also bin ich."

Tuesday, 21. January 2020

Posted by Uğur Gültekin

 

Samir und Ugur Gültekin.

Der Filmemacher Samir und Uğur Gültekin (INES-Institutsleitung und Journalist) tauschen sich in diesem postmigrantischen Generationengespräch über das Erwachsenwerden in unterschiedlichen Jahrzehnten aus. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, blicken auf hoffnungsspendende Momente zurück und werden über den Fakt überrascht, dass sie ohne sich zu kennen, durch die Arbeit des anderen empowert wurden.

«Für Hunde und Italiener verboten» - Ein Gespräch mit Angelo Maiolino

Monday, 15. July 2019

Posted by Tarek Naguib

 

Angelo Maiolino war Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für politische Philosophie der Universität Zürich. Gegenwärtig arbeitet der Familienvater als Gymnasiallehrer an einer Zürcher Kantonsschule. Im Jahr 2011 hat er das Buch „Als die Italiener noch Tschinggen waren“ im Rotpunktverlag publiziert. Drei Jahre später erschien seine Doktorarbeit mit dem Titel „Politische Kultur in Zeiten des Neoliberalismus“ im Transcript Verlag. Tarek Naguib hat Angelo Maiolino getroffen und mit ihm zurückgeschaut auf die Schwarzenbach-Initiative und die Lebensrealitäten von italienischen Gastarbeitern in der Schweiz und gefragt was diese Erfahrungen für die Gegenwart und die Zukunft der Migrationsgesellschaft Schweiz bedeuten.

Do the Right Thing! #NeueSchweiz im Kino im Kocher

Wednesday, 9. September 2020

Posted by Friends of INES aka FRINES, Mardoché Kabengele

 

Am 22. August zeigte das gratis Openairkino „Kino im Kocher“ den Film „Do the Right Thing vom Schwarzen* Regisseur, Produzenten und Schauspieler Spike Lee. Sie wollten für das diesjährige Event eine klare Position gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus beziehen. Das Institut Neue Schweiz (INES) und sein Förderverein Friends of INES (FrINES) waren mit einer Eröffnungsrede von Mardoché Kabengele und Lucia Aguilar und einem Stand vor Ort.

INES