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23... 24... 25... und Action! #NeueSchweiz am Filmfestival Locarno - Interview mit der Künstlerin Nora Longatti

lundi, 8. août 2022

De Mardoché Kabengele

 

Wer die Neue Schweiz sehen möchte, muss nie weit schauen. Sie ist überall, von lernend und zuhörend bis ausbildend, kritisch, kritikfähig und mitredend. Ein Kurzvideo der Filmemacherin Nora Longatti, das am Filmfestival in Locarno gezeigt wurde, spielt darauf an. Das Video ist Teil einer Krypto-Briefmarken-Serie der Schweizerischen Post.

Die Neue Schweiz ist längst Teil unserer Gesellschaft. Sie ist in Geburtshäusern, an Geburtstagen, Freizeit-, Sport- und Ferienorten. In Pausenhöfen, an Bahnhöfen, in Spitälern, in Care-, Bau-, Bildungs- und Weiterbildungsinstitutionen und auch auf unseren Friedhöfen ist sie bemerkbar. Sie ist vielstimmig, oft mit dem Drang zur Mitgestaltung und mit dem Willen der Wertschätzung von Unterschiedlichkeiten, in diesen anerkannt und wahrgenommen zu werden, und sichtbar zu sein.

Auch an einem Märzmorgen begegneten sich Menschen dieser Neuen Schweiz, in einem Berner Quartier. Drei Dutzend verschiedene Personen aus dem Netzwerk des Institut Neue Schweiz, auf verschiedenen Intersektionen, individuell und aus unterschiedlichsten Kollektiven. Sie sind gekommen, um gemeinsam einen kurzen Clip zu drehen, welcher am Samstag, 6. August 2022, am Filmfestival in Locarno gezeigt wurde und seit heute als Krypto-Briefmarke erhältlich ist. Das Ziel der Filmemacherin war es, dem Narrativ der Schweiz neue und andere Bilder anzufügen, ihm manchmal etwas entgegenzusetzen, es zu ergänzen, vielstimmig für kurze 7.5 Sekunden.

(Video-Dreh, Behind the Scenes: Liebefeld bei Bern, 19. März 2022)

Wie kann die Postmigrantische Realität sichtbar gemacht werden?

Dies ist eine sehr komplexe und schwierige Frage für mich. Ich würde sie so beantworten: Kennst du das Gefühl, dass du dich aus irgendeinem Grund Wohl fühlst? Du kannst es noch nicht beschreiben, oder benennen, nicht greifen, kaum erklären. Du spürst, wie sich deine emotionale Batterie mit jedem Kind, jeder Person, jeder erzählenden Mutter im Raum auflädt. Verschiedene Klänge, Grinsen, Sprachen, Einschübe, Ergänzungen, Lachen, pausierte und wiederaufgenommene Sätze, Kommentare. In den und vor allem trotz der Unterschiedlichkeiten findet man Gemeinsamkeiten, es ist eine gewisse Unbeschwertheit, Verletzbarkeit und Intimität, welche ich von Zuhause kenne und schätze. Markierungen werden aufgehoben, Wissen wird sichtbar gemacht, Meinungen werden ausgetauscht, aus dem «Woher kommst du» wird ein «wohin gehen wir?», oder wie es konkret nach dem Video-Dreh gefragt wurde: «Wohin gehen wir gemeinsam essen und wer möchte mitkommen?».

In einer Kooperation mit der Filmmacherin Nora Longatti hat INES gefragt: Wie können wir als Institution etwas entwickeln, das eine gesellschaftliche Aussenstrahlung und gleichzeitig eine empowernde, selbstbestimmte Wirkung hat. Im Interview erzählt uns Nora Longatti etwas mehr zu den Hintergründen des Kurzspots und der Krypto-Briefmarke, vom Auftrag zur Idee bis zur Umsetzung des Konzepts, und welche Rolle Ressourcen am Dreh und Auftraggebende spielen können.

(7.5-Sekunden Video #NeueSchweiz der Künstlerin Nora Longatti)

Interview mit der Künstlerin Nora Longatti

Mardoché: Liebe Nora, was war deine Grundidee bei diesem Projekt?

Nora: Ich wurde vom Locarno Film Festival angefragt, einen von zehn 7.5-Sekunden-Filmen für eine Krypto-Briefmarken-Edition zum 75. Geburtstag des Festivals zu produzieren. Das Projekt ist eine Kollaboration des Locarno Film Festival mit der schweizerischen Post. In diesem Rahmen wurden heute 25’000 Briefmarken publiziert, die mit einem QR Code mit dem Kurzfilm verknüpft sind.

Ich habe überlegt, wie ich auf dieses Format «Briefmarke» eingehen möchte, was die Geschichte ist und was (oder wer) üblicherweise darin repräsentiert wird. Und ich bin zum Schluss gekommen, dieser Plattform mit der Frage, was ein akkurates Bild der «Schweiz» sein könnte zu begegnen, ohne dabei auf eine symbolische Repräsentationsebene für einen «Nationalstaat» abzurutschen.

Mit diesem Ansatz kontaktierte ich INES mit der Idee, eine Szene in einem unspektakulären Espace Public zu filmen, in der Menschen in einer sehr alltäglichen Situation sichtbar sind. Toll war, dass aus dem Videodreh auch ein anregendes Vernetzungstreffen für INES wurde.

Mardoché: Repräsentation und Sichtbare Diversität ist gerade bei grösseren Unternehmen, Institutionen und Vereinen sehr im Trend. Dies ist auch ambivalent. Es werden einerseits zwar neue Perspektiven sichtbar, anderseits geht es auch um Vermarktung und Kapital. Wie gehst du mit diesem Spagat um?

Nora: Ich habe das Glück, diesen Spagat nicht machen zu müssen, da ich als Künstlerin im Kultursektor und nicht als Werberin in der Wirtschaft tätig sein kann. Die Krypto-Briefmarke wird als Carte Blanche für 10 ausgewählte Schweizer Filmemacher:innen kommuniziert, was von einem Vermarktungsauftrag absehen lässt.

Für mich stellt sich immer die Frage, aus welchen Gründen eine Person gefragt wird, in einem Projekt mitzumachen und was die Konditionen und ihre Rolle sind. Wenn es dabei einzig um ein oberflächliches Repräsentieren geht, wobei die Individualitäten der Personen keine Rolle spielen, geht das für mich nicht auf.

Der Hashtag #NeueSchweiz als Teil des Clips ist sicherlich sehr wichtig: Er kann die Betrachtenden mit den Anliegen von INES vertraut machen und verortet den Cast in seinem spezifischen Kontext.

Mardoché: Deine Filme versuchen Missstände aufzudecken und dafür wurdest du mehrfach international ausgezeichnet. Wie gehst du bei der Erstellung des Konzepts vor? Hast du eine innerliche Vision oder ist es ein rollender Prozess? In einem Interview zu deinem Kurzfilm «Chute» sagst du, dass dir beim Filmemachen wichtig ist, dass die Darsteller:innen nicht die Klischees einer ihnen zugewiesenen Andersartigkeit verkörpern oder diese zum Thema ihrer Figuren machen müssen. Warum ist es besonders wichtig, diese Individualitäten zu wahren?

Nora: Das sind viele grosse Fragen! (lacht) Hm... Ich habe schon so meine Visionen und sie reagieren auf Themen, die mich umgeben, sind bewegliche Anliegen. Ich denke, was ich als Kulturarbeiterin mache, ist eine Form von Gesellschaftskritik und Sensibilisierung zugleich. Ich mag es, wenn meine Filme zu Auseinandersetzungen anregen, Lust machen – und darin auch unbequem sein können. Darin suche ich weniger danach zu schockieren, eher zu fragilisieren – so auch in der Frage um Wiederholungen von Klischees: Im europäischen Film haben einige klischierte Figuren eine lange, rassistische und sexistische Tradition. Sich dieser bewusst zu werden und mich zu fragen, wie ich diese kritisch dekonstruieren kann, was denn überhaupt eine Figur klischiert oder eine Kollaborations:partnerin überhaupt zu einem Klischee werden lässt, ist mir ein grosses Anliegen. Der unreflektierte Umgang damit empfinde ich schlicht als verletzend und gefährlich bequem.

(Kurzgespräch mit Nora Longatti am Set)

Mardoché: Zurück zum Kurzspot. Ich mag mich am Drehtag an eine Szene noch besonders gut erinnern. In alle Richtungen und in drei Sprachen wurde simultan gesprochen, eine (für mich) angenehme, vertraute postmigrantische Situation. Niemand fühlte sich als «Übersetzerin», aber alle taten es, je nach Möglichkeiten. Ich sehe dich noch, wie du von einer kleinen Gruppe zur anderen kleinen Gruppe ranntest und auf Deutsch, Französisch, Englisch und ich glaube auch Italienisch Anweisungen, Instruktionen gabst und Fragen beantwortet hast. Du bist auf alle und alle Bedürfnisse eingegangen. Ist das nicht ein unglaublicher Aufwand?

Nora: Ja, und ich empfinde das als unglaublich wichtigen und schönen Zustand!

Mardoché: Ich glaube zudem hatten viele vom Cast, wenn nicht gar alle, keine schauspielerische Erfahrung. War dies Absicht oder Zufall?

Nora: Persönlich bin ich der Überzeugung, dass für mein Filmemachen wichtig ist, dass die Kompliz:innen Lust haben, Teil einer Auseinandersetzung und eines Dialogs zu sein. Da der INES-Krypto-Kurzfilm eine Kollaboration mit Personen aus dem Netzwerk von INES ist und von Anfang an klar war, dass natürliche Personen aus dem Netzwerk auch im Film präsent sein werden, spielte die schauspielerische Erfahrung auch keine Rolle.

Mardoché: Betreffend Rollen. Was erhoffst du dir von zukünftigen Auftraggeberinnen im Kulturbereich, um weitere ähnliche Projekte wie dieses realisieren zu können?

Nora: Dass wir weiterhin selbständig entwickeln können und dass unsere Arbeit stärker wertgeschätzt wird – vor allem was die Budgets solcher Projekte anbelangt.

Mardoché: Und als letztes, wie sieht deine Neue Schweiz aus? Was ist aus deiner Realität heraus wichtig?

Nora: Eine der wichtigsten und hoffentlich auch nahbarsten Aspekte einer Neuen Schweiz ist für mich eine von der Aktion Vierviertel vertretenen Entwurf: Wer hier lebt, solle ein Grundrecht auf Einbürgerung erhalten.

Informationen zur Krypto-Briefmarke der Schweizerischen Post

Zum 75-jähriges Jubiläum des Filmfestivals Locarno wurden zehn junge Filemacher:innen in einer Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post angefragt je ein Video zu erstellen, welches innert 7.5 Sekunden verschiedene Schweizer Werte und Symbole (neu) interpretiert und visuell darstellt.

Angelegt an der ersten Crypto Stamp 0.1 wurden diese Videos grafisch umgesetzt und werden seit Montag 8. August in einer Auflage von 25'000 Stück pro Sujet zu je CHF 9.- zusammen mit einem QR-Code als Sammlerobjekt verkauft. Der QR Code auf der Briefmarke kann eingescannt werden und so erscheint der jeweilige Kurzclip. Mehr Informationen und wo du diese erwerben kannst, findest du hier.

Krypto Stamp 2.0 - Nora Longatti: Inklusion der Diversität

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Credits

Izabel Barros, Jaëlle Kabengele, Myrsini Arvanitis, Vanja Ivana Jelić, Daniel Kabengele, X Schneeberger, Robin Bussien, Rohit Jaine, Jeanne Kabengele, Eva De Souza, Esther Schmelcher, Dragana Draco, Maria-Cecilia und Elena Quadri, Tarek Naguib, Mardoché Kabengele

Konzept & Regie & Koordination: Nora Longatti in Kollaboration mit: Nicolle Bussien, Maria-Cecilia Quadri

Setton & Sound Design: Anuk Schmelcher

Bildgebung & Grading: Kezia Zurbrügg

Kamera: Luca Marano (Kamera)

Grafik: sava

Herzlichen Dank auch an: FrINES, Medina Catering Bern, Berner Rassismus Stammtisch

 

 

ÖFFENTLICHER APPELL: SOLIDARITÄT MIT DER REVOLUTION IM IRAN

vendredi, 4. novembre 2022

De Institut Neue Schweiz INES

 

INES solidarisiert sich mit der Revolution im Iran und unterstützt die iranischstämmigen Protestierenden in der Schweiz. Wir verurteilen jede Form totalitärer Interpretation von Weltanschauung und Religion für Verletzungen von Menschenrechten. Eine Demokratie lebt davon, dass durch sie Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit in der Vielfalt gestärkt werden.

#DeepDiversity

Entre l'exotisme et la critique? La passé et l'avenir postcoloniale du spectacle du theâtre de Zürich
30.août 2018 21:00 – 22:00

 

Le spectacle de théâtre de Zurich a été une plate-forme pour le théâtre et l’art non-européens depuis le début des années 1980. Mais est-il qu’un simple spectacle superficiel en matière multiculturelle ou une consolation humanitaire aujourd'hui ? Quel est le potentiel et la responsabilité des échanges culturels mondiaux pour une décolonisation de la Suisse ? Pour répondre à ces questions un anthropologue social Rohit Jain s'entretiendra avec le directeur artistique du spectacle théâtral Matthias von Hartz - et tous-tes ceux-celles qui seront présents-tes. Entrée gratuite.

Glossaire
Glossaire #NouvelleSuisse

 

Le glossaire #NouvelleSuisse est un ensemble de concepts qui nous aident à mieux comprendre certains événements sociaux liés à la migration, à la diversité et au racisme en Suisse - de manière fondée, critique et polyphonique. Il ne s'agit pas de concepts statiques, mais d'idées en perpétuel mouvement. Les deux entrées #NouvelleSuisse et #DeepDiversity constituent le point de départ de la collection. D'autres viendront s'y ajouter au cours des mois suivants.

Diversity Unpacked – Kommentar zu einem schillernden Begriff

mercredi, 14. septembre 2022

De Asmaa Dehbi, Vorstandsmitglied INES

 

Zum vierten Mal wurden in Bern verschiedene Akteur:innen und Projekte im Bereich Diversität und Inklusion ausgezeichnet. (Bild: Sandra Blaser)

Diversity ist das Wort der Stunde und scheint Garant für eine gerechte und plurale Gesellschaft zu sein. Mit dem Erhalt des Swiss Diversity Awards in der Kategorie «Religion» nimmt die Preisträgerin und INES-Vorstandsmitglied Asmaa Dehbi eine kurze Einordnung des Diversitätsbegriffs vor.

Forum & Late Night Show #NOUVELLESUISSE
22.septembre 2018 10:00 – 23.septembre 03:30

 

Elle est là depuis longtemps...Une #NOUVELLESUISSE. Depuis plus d'un an, INES réunit une collection de voix, de visages, d'histoires, d'images et de réalités issues de l'immigration. Le 22 septembre 2018, INES vous invite à des interventions de politique culturelle, des conférences, des débats politiques, des spectacles, à un Late Night-show et à une fête…

L’importanza dei suoni nell’universo della clandestinità

lundi, 8. août 2022

De Erik Altorfer, illustrazioni: Nando von Arb

 

Negli anni ’60, i miei suoceri sono emigrati dall’Italia nella Svizzera tedesca; una grande povertà li ha costretti a fare questo passo. Quando la loro figlia Paola nacque a Zurigo, la polizia degli stranieri, come sempre in questi casi, contattò la famiglia: la bambina avrebbe dovuto lasciare il paese dopo tre mesi, il suo soggiorno era illegale. La madre ha dovuto portare il neonato da suo fratello in Italia, un lungo viaggio in treno, il ritorno, da sola, ricorda la madre, «è stato terribile».

Tour de Nouvelle Suisse – Mein Postmigrantisches Basel
22.octobre 2022 14:00

 

Vor Gericht die Schweizer Migrationspolitik ändern? Eine Debatte über Möglichkeiten und Grenzen des Rechtswegs zur Erreichung politischer Fortschritte

jeudi, 19. mai 2022

De Fanny de Weck & Tarek Naguib

 

Fanny de Weck und Tarek Naguib diskutieren über die Möglichkeiten und Grenzen des Rechts im Kampf um ein Ausländer-, Asyl- und Bürgerrecht frei von Willkür und dafür mehr Gerechtigkeit. Dabei sind sie sich nicht immer einig, was mit einem Rechtsstreit vor Gericht erreicht werden kann und was nicht: wo seine Potenziale und wo seine Grenzen liegen? Letztlich geht es ihnen aber beiden darum, dass die Grund- und Menschenrechte von Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung auch umgesetzt werden - und dafür muss gekämpft werden.

Antirassismus in the Making. Ein Werkstattgespräch zu Allianzen, Identitätspolitik und Intersektionalität

samedi, 23. avril 2022

De Rahel El-Maawi, Rohit Jain, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib

 

Die Arbeit des Institut Neue Schweiz INES ist vom Wunsch geprägt, laufende Debatten zu Migration, Diversität und Antirassismus zu dokumentieren, verschiedene Ansätze in Austausch zu bringen und offene strategische Fragen zu diskutieren. Im folgenden Gespräch thematisieren Rahel El-Maawi, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib und Rohit Jain Fragen rund um Identitätspolitik, Repräsentation und Intersektionalität und verbinden diese miteinander. Ein Blogbeitrag in zwei Teilen. Zum Teil 2 des Gesprächs zu Antirassismus in the Making.

#NouvelleSuisse

Wer sterben gelassen wird: Strukturelle Differenzierungen in der Pandemie

vendredi, 25. février 2022

De Tino Plümecke & Linda Supik

 

Der Anstieg der Todesfälle bei Menschen ohne Schweizer Pass ist mit 21,8 Prozent während des Pandemie-Jahres 2020 fast doppelt so hoch wie der von Menschen mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Während die Sterberate bei Frauen mit Schweizer Staatsangehörigkeit in den untersuchten Altersgruppen 45- bis 64-Jährige und 65- bis 74-Jährige leicht abnahmen, stiegen die Sterberaten bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Dies ergibt eine Auswertung der statistischen Daten des Bundes durch unsere Gastautor*innen Tino Plümecke und Linda Supik.

Einblick in die Vernissagen zum HANDBUCH NEUE SCHWEIZ - mit Ausblick ins kommende Jahr

jeudi, 23. décembre 2021

De Institut Neue Schweiz

 

In diesem letzten Blog-Beitrag im 2021 geben wir einen Einblick in die vier Vernissagen zum jüngst erschienenen HANDBUCH NEUE SCHWEIZ. Uns war es wichtig, Themen aufzugreifen, die das Institut Neue Schweiz INES auch im kommenden Jahr beschäftigen werden: ein neues Bürgerrecht, eine vielstimmige Bürger:innenschaft, diskriminierungsfreie Teilhabe und eine Schweiz, die für ihr globales Handeln Verantwortung übernimmt.

Handbuch #NeueSchweiz - für alle, die hier sind und noch kommen werden

lundi, 29. novembre 2021

De Institut Neue Schweiz

 

Das HANDBUCH NEUE SCHWEIZ (Diaphanes Verlag) ist ab sofort im Buchhandel erhältlich - voller Migration, Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit. Es schafft eine vielstimmige Plattform, die zum Nachdenken, zum Gespräch und zur Diskussion einladen möchte - und die vor allem Mut machen soll: solidarisch und selbstkritisch. Wer sich ein Bild machen möchte, kann hier die Einleitung lesen.

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

vendredi, 10. septembre 2021

De Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

dimanche, 30. mai 2021

De Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

Pour toutes les personnes qui vivent ici et qui viendront

mardi, 23. juin 2020

De Institute Nouvelle Suisse

 

Depuis que George Floyd a perdu la vie à cause des violences policières racistes aux États-Unis, la solidarité autour du mouvement « Black Lives Matter » s'est aussi clairement manifestée en Suisse, dans les débats publics, dans la rue et dans les discussions personnelles. L'Institut Neue Schweiz (INES) se montre solidaire à ces manifestations et à la lutte contre le racisme anti-Noir.

LETTRE OUVERTE AU CONSÉIL FÉDÉRALE: LES DIFFICULTÉS ÉCONOMIQUES EN PÉRIODE DE CRISE SANITAIRE NE SAURAIENT METTRE EN DANGER NI LE STATUT DE RÉSIDENT NI LES NATURALISATIONS - SOYONS SOLIDAIRES!

vendredi, 1. mai 2020

De INES Institut Nouvelle Suisse

 

La pandémie due au coronavirus n'est pas seulement une crise sanitaire, mais aussi une crise sociale et économique. De nombreuses personnes sont menacées par le chômage, dépendront de l'aide sociale et devront s'endetter, y compris en Suisse. Cela aura des conséquences financières et sociales massives, mais aussi – ce que beaucoup ne savent pas – des conséquences juridiques. Le critère d'intégration économique joue un rôle décisif dans les décisions relatives au statut de résident et à la naturalisation. La pandémie actuelle est donc une menace existentielle pour de nombreuses personnes. Cela concerne potentiellement un quart de la population résidente qui n'a pas la nationalité suisse, mais qui paie ses impôts et contribue à façonner le pays au quotidien.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

vendredi, 6. mars 2020

De Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

ÖFFENTLICHER APPELL: SOLIDARITÄT MIT DER REVOLUTION IM IRAN

vendredi, 4. novembre 2022

De Institut Neue Schweiz INES

 

INES solidarisiert sich mit der Revolution im Iran und unterstützt die iranischstämmigen Protestierenden in der Schweiz. Wir verurteilen jede Form totalitärer Interpretation von Weltanschauung und Religion für Verletzungen von Menschenrechten. Eine Demokratie lebt davon, dass durch sie Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit in der Vielfalt gestärkt werden.

Glossaire
Glossaire #NouvelleSuisse

 

Le glossaire #NouvelleSuisse est un ensemble de concepts qui nous aident à mieux comprendre certains événements sociaux liés à la migration, à la diversité et au racisme en Suisse - de manière fondée, critique et polyphonique. Il ne s'agit pas de concepts statiques, mais d'idées en perpétuel mouvement. Les deux entrées #NouvelleSuisse et #DeepDiversity constituent le point de départ de la collection. D'autres viendront s'y ajouter au cours des mois suivants.

Forum & Late Night Show #NOUVELLESUISSE
22.septembre 2018 10:00 – 23.septembre 03:30

 

Elle est là depuis longtemps...Une #NOUVELLESUISSE. Depuis plus d'un an, INES réunit une collection de voix, de visages, d'histoires, d'images et de réalités issues de l'immigration. Le 22 septembre 2018, INES vous invite à des interventions de politique culturelle, des conférences, des débats politiques, des spectacles, à un Late Night-show et à une fête…

Tour de Nouvelle Suisse – Mein Postmigrantisches Basel
22.octobre 2022 14:00

 

Antirassismus in the Making. Ein Werkstattgespräch zu Allianzen, Identitätspolitik und Intersektionalität

samedi, 23. avril 2022

De Rahel El-Maawi, Rohit Jain, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib

 

Die Arbeit des Institut Neue Schweiz INES ist vom Wunsch geprägt, laufende Debatten zu Migration, Diversität und Antirassismus zu dokumentieren, verschiedene Ansätze in Austausch zu bringen und offene strategische Fragen zu diskutieren. Im folgenden Gespräch thematisieren Rahel El-Maawi, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib und Rohit Jain Fragen rund um Identitätspolitik, Repräsentation und Intersektionalität und verbinden diese miteinander. Ein Blogbeitrag in zwei Teilen. Zum Teil 2 des Gesprächs zu Antirassismus in the Making.

#NouvelleSuisse

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jeudi, 23. décembre 2021

De Institut Neue Schweiz

 

In diesem letzten Blog-Beitrag im 2021 geben wir einen Einblick in die vier Vernissagen zum jüngst erschienenen HANDBUCH NEUE SCHWEIZ. Uns war es wichtig, Themen aufzugreifen, die das Institut Neue Schweiz INES auch im kommenden Jahr beschäftigen werden: ein neues Bürgerrecht, eine vielstimmige Bürger:innenschaft, diskriminierungsfreie Teilhabe und eine Schweiz, die für ihr globales Handeln Verantwortung übernimmt.

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

vendredi, 10. septembre 2021

De Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

Pour toutes les personnes qui vivent ici et qui viendront

mardi, 23. juin 2020

De Institute Nouvelle Suisse

 

Depuis que George Floyd a perdu la vie à cause des violences policières racistes aux États-Unis, la solidarité autour du mouvement « Black Lives Matter » s'est aussi clairement manifestée en Suisse, dans les débats publics, dans la rue et dans les discussions personnelles. L'Institut Neue Schweiz (INES) se montre solidaire à ces manifestations et à la lutte contre le racisme anti-Noir.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

vendredi, 6. mars 2020

De Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

#DeepDiversity

Entre l'exotisme et la critique? La passé et l'avenir postcoloniale du spectacle du theâtre de Zürich
30.août 2018 21:00 – 22:00

 

Le spectacle de théâtre de Zurich a été une plate-forme pour le théâtre et l’art non-européens depuis le début des années 1980. Mais est-il qu’un simple spectacle superficiel en matière multiculturelle ou une consolation humanitaire aujourd'hui ? Quel est le potentiel et la responsabilité des échanges culturels mondiaux pour une décolonisation de la Suisse ? Pour répondre à ces questions un anthropologue social Rohit Jain s'entretiendra avec le directeur artistique du spectacle théâtral Matthias von Hartz - et tous-tes ceux-celles qui seront présents-tes. Entrée gratuite.

Diversity Unpacked – Kommentar zu einem schillernden Begriff

mercredi, 14. septembre 2022

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Zum vierten Mal wurden in Bern verschiedene Akteur:innen und Projekte im Bereich Diversität und Inklusion ausgezeichnet. (Bild: Sandra Blaser)

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L’importanza dei suoni nell’universo della clandestinità

lundi, 8. août 2022

De Erik Altorfer, illustrazioni: Nando von Arb

 

Negli anni ’60, i miei suoceri sono emigrati dall’Italia nella Svizzera tedesca; una grande povertà li ha costretti a fare questo passo. Quando la loro figlia Paola nacque a Zurigo, la polizia degli stranieri, come sempre in questi casi, contattò la famiglia: la bambina avrebbe dovuto lasciare il paese dopo tre mesi, il suo soggiorno era illegale. La madre ha dovuto portare il neonato da suo fratello in Italia, un lungo viaggio in treno, il ritorno, da sola, ricorda la madre, «è stato terribile».

Vor Gericht die Schweizer Migrationspolitik ändern? Eine Debatte über Möglichkeiten und Grenzen des Rechtswegs zur Erreichung politischer Fortschritte

jeudi, 19. mai 2022

De Fanny de Weck & Tarek Naguib

 

Fanny de Weck und Tarek Naguib diskutieren über die Möglichkeiten und Grenzen des Rechts im Kampf um ein Ausländer-, Asyl- und Bürgerrecht frei von Willkür und dafür mehr Gerechtigkeit. Dabei sind sie sich nicht immer einig, was mit einem Rechtsstreit vor Gericht erreicht werden kann und was nicht: wo seine Potenziale und wo seine Grenzen liegen? Letztlich geht es ihnen aber beiden darum, dass die Grund- und Menschenrechte von Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung auch umgesetzt werden - und dafür muss gekämpft werden.

Wer sterben gelassen wird: Strukturelle Differenzierungen in der Pandemie

vendredi, 25. février 2022

De Tino Plümecke & Linda Supik

 

Der Anstieg der Todesfälle bei Menschen ohne Schweizer Pass ist mit 21,8 Prozent während des Pandemie-Jahres 2020 fast doppelt so hoch wie der von Menschen mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Während die Sterberate bei Frauen mit Schweizer Staatsangehörigkeit in den untersuchten Altersgruppen 45- bis 64-Jährige und 65- bis 74-Jährige leicht abnahmen, stiegen die Sterberaten bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Dies ergibt eine Auswertung der statistischen Daten des Bundes durch unsere Gastautor*innen Tino Plümecke und Linda Supik.

Handbuch #NeueSchweiz - für alle, die hier sind und noch kommen werden

lundi, 29. novembre 2021

De Institut Neue Schweiz

 

Das HANDBUCH NEUE SCHWEIZ (Diaphanes Verlag) ist ab sofort im Buchhandel erhältlich - voller Migration, Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit. Es schafft eine vielstimmige Plattform, die zum Nachdenken, zum Gespräch und zur Diskussion einladen möchte - und die vor allem Mut machen soll: solidarisch und selbstkritisch. Wer sich ein Bild machen möchte, kann hier die Einleitung lesen.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

dimanche, 30. mai 2021

De Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

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vendredi, 1. mai 2020

De INES Institut Nouvelle Suisse

 

La pandémie due au coronavirus n'est pas seulement une crise sanitaire, mais aussi une crise sociale et économique. De nombreuses personnes sont menacées par le chômage, dépendront de l'aide sociale et devront s'endetter, y compris en Suisse. Cela aura des conséquences financières et sociales massives, mais aussi – ce que beaucoup ne savent pas – des conséquences juridiques. Le critère d'intégration économique joue un rôle décisif dans les décisions relatives au statut de résident et à la naturalisation. La pandémie actuelle est donc une menace existentielle pour de nombreuses personnes. Cela concerne potentiellement un quart de la population résidente qui n'a pas la nationalité suisse, mais qui paie ses impôts et contribue à façonner le pays au quotidien.

INES