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Kritik der Biologie: Othering, Race und ihre Verknüpfung zu «Körper»

mercoledì, 8. giugno 2022

Da Tino Plümecke

 

Sind Rassismen heutzutage vor allem kulturalistisch? Ist biologischer Rassismus entsprechend heute nicht mal mehr am rechten Rand gängig, weil auch dort eher von einer essentiellen Diversität der Kulturen ausgegangen wird? Aufbauend auf dem Beitrag von Cenk Akdoganbulut zu Rassismus ohne «Rasse» wird in diesem Essay der Frage nachgegangen, welche Rolle Biologie in gegenwärtigen Rassifizierungen und Rassismen spielt und dafür plädiert, Kultur und Biologie nicht als Entweder-oder, sondern als üblicherweise verknüpft zu fassen.

«Die ‹Anderen› sind in ihren Körpern, genetisch oder eben von Natur aus anders.» Dieser Topos biologischer Rassifizierung stellt eines der Grundnarrative der westlichen Moderne dar, das auch fortlebt obwohl ein breiter wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Konsens besteht, etwa dass die genetischen Unterschiede innerhalb von menschlichen Gruppen deutlich grösser sind als zwischen den Gruppen.

Wie präsent Narrative über biologische Differenz sind, wurde nicht zuletzt in der Covid-19-Pandemie deutlich. Infektionskrankheiten und Otheringprozesse scheinen seit jeher eng miteinander verbunden und so tauchten auch schon kurz nach den ersten Berichten über eine neue virale Erkrankung die sedimentierten Bilder über die biologische Andersheit von Angehörigen von Minoritäten auf. Zunächst in der Variante vermeintlicher Immunität wurde im Februar 2020 gemutmasst, dass «Schwarze und Braune Menschen aufgrund ihrer überlegenen Genetik gegen das Coronavirus resistent» seien (Williams 2020). Hintergrund war die ohne Komplikationen überstandene Infektion des 21-jährigen Kameruner, Pavel Daryl Kem Senou, der in der chinesischen Stadt Jingzhou studierte (Vincent 2020). Schnell wurde diese Nachricht über viele Kanäle und Medien weit verbreitet. Wohl vor allem auch hoffnungsgeleitet entstanden eine Vielzahl weiterer Varianten, die von der vermeintlichen Immunität von Migrant:innen mit Tuberkulose-Impfung bis zum vermuteten grundsätzliche Schutz vor Infektionen diverser Communities reichten (Pelizza 2020).

Es dauerte jedoch nicht lange bis neben dem Narrativ der Immunität Narrative der Gefahr, der besonderen Infektiosität und der schwächeren körperlichen Konstitution traten und erstere schliesslich in den Schatten stellten. Als im April 2020 zunächst in Chicago und schliesslich auch in anderen US-amerikanischen Städten deutlich wurde, dass Afroamerikaner:innen überproportional mit Covid-19 infiziert und hospitalisiert werden und auch unter den Todesfällen überrepräsentiert sind (McCarthy 2020), lag es für einige Kommentator:innen auch nahe biologische, das heisst genetische und physiologische, Gründe für diese gesundheitliche Ungleichheit anzunehmen. Solche Mutmassungen wurden allerdings – zumindest im nordamerikanischen Kontext – sehr schnell öffentlich zurückgewiesen (Gravlee 2020).

Screenshot von https://blogs.scientificamerican.com/voices/racism-not-genetics-explains-why-black-americans-are-dying-of-covid-19/#

Quasi sofort wurden dort (aber auch im Vereinigten Königreich, in Skandinavischen Ländern und Frankreich) die Erkenntnisse über die je nach Bevölkerungsteil sehr ungleichen Erkrankungs- und Sterberaten als gesellschaftliche Aufgabe erfasst und entsprechend eine ganze Reihe von Studien gestartet, um die unterschiedlichen Betroffenheiten sowie Schutz- und Unterstützungsbedarfe unterversorgter Communities zu untersuchen (beispielsweise: Khazanchi et al. 2020; Chen/Krieger 2020).

In der Schweiz – beziehungsweise allgemein im deutschen Sprachraum – wurden die im Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit und Migration stehenden gesundheitlichen Unterschiede bei Covid-19-Infektionen, Hospitalisierungen und Todesraten, zunächst öffentlich gar nicht wahrgenommen. Dominant waren stattdessen Versuche das Virus ‹draussen› zu halten, unter anderem durch Regulierung des Grenzverkehrs, durch weitreichende Quarantäneregelungen etwa in Asylunterkünften oder die Schliessung von Durchgangsplätzen für fahrende Jenische, Rom:nija und Sinti:zze. Während die hochmobilen Eliten, die Skitourist:innen aus Ischgl oder die aus aller Welt rückreisenden Urlauber:innen keinesfalls im Diskurs ethnisiert wurden, galt dies dagegen für viele öffentliche Debatten etwa um sogenannte «Verwandtschaftsbesuche in der Türkei und auf dem Balkan» und die Berichterstattung über Kosovar:innen und Nordmazedonier:innen.

Einen traurigen Höhepunkt an rassistischen Bildern über die Anderen erreichte schliesslich die im Dezember 2020 (zuerst in der Basler Zeitung) aufkommende Debatte um die überdurchschnittlich Belegung der Intensivbetten durch «Menschen mit Migrationshintergrund» (Wahl 2020). In der breiten Berichterstattung in vielen Zeitungen und diversen Medien war leider kaum Thema, dass auch in der Schweiz Arme (die oft eine Migrationsgeschichte aufweisen) und Bevölkerungsteile, die unter prekären Wohnbedingungen, im Care- oder persönlichen Dienstleistungsbereich arbeiten oder nur unzureichend mit Präventions- und Gesundheitsmassnahmen unterstützt werden, besonderen Risiken ausgesetzt sind. Stattdessen wurde von kritischer und linker Seite vor allem die fehlende Datenlage angeführt (eine hervorhebenswerte Ausnahme stellt Schilliger/Gashi 2020 dar).

Stattdessen meldeten sich eine Reihe von Schweizer Politiker:innen mit einem Potpourri an rassistischen und rassifizierenden Projektionen, betrieben victim blaming, stellten diverse Bevölkerungsteile unter dem Begriff «Migrationshintergrund» homogenisiert als einheitliche Gruppe dar, und die dem Othering Unterworfenen wurden als Gefahr für die Schweiz dargestellt. SVP-Nationalrat Thomas Aeschi reichte eine Interpellation an den Regierungsrat ein, mit dem Titel «‹Corona-Heimkehrer› aus dem Balkan und Wirtschaftsmigranten aus Afrika und arabischen Ländern besetzen unsere Spitalbetten» und der Frage, ob «der Bundesrat bereit [ist], diese Quersubventionierung von Ausländern durch hart arbeitende Schweizer zu unterbinden» (Aeschi 2020). Ob Aeschi davon ausgeht, dass die Intensivbehandlung von «Menschen mit Migrationshintergrund» aufgrund deren Kultur oder deren Biologie notwendig wurde, lässt sich nicht entscheiden, aber beides ist denkbar.

Für mich steht das Beispiel aber vor allem für die Nähe, die Fragen der Gesundheit, von Infektionserkrankungen und allgemein des Körpers mit rassifizierten und ethnisierten Zuweisungen noch immer aufweisen. Fragen der Gesundheit der Differenz von Körpern, und damit der menschlichen Biologie werden nach wie vor schnell mit Narrativen der Alterität verknüpft. Neben kulturrassistischen Annahmen bilden hierfür eben zumeist auch körperliche, genetisch oder sonstige biologische Andersheit die Grundlage. In Prozessen der Rassifizierung und Ethnisierung werden Zuweisungen vermeintlicher kultureller und biologischer Andersheit miteinander verknüpft, sodass diese kaum mehr voneinander zu trennen sind. Um es noch deutlicher zu sagen: Rassifizierung und Rassismen sind geradezu typischerweise Verschränkungen von biologischen und kulturellen Vorstellungen über Homogenität, Beständigkeit und Differenz (vgl. Plümecke/Schramm 2020).

Erweiterte DNA-Analyse in der Strafverfolgung

Wie wichtig der analytische Blick auf biologische Rassifizierungen ist, zeigt sich in der Schweiz etwa anhand eines weiteren Beispiels, der Revision des DNA-Profil-Gesetzes, mit dem sogenannte erweiterte DNA-Untersuchungsmethoden für polizeiliche Ermittlungsverfahren zugelassen werden sollen. Ziel ist es, aus DNA-Spuren von Tatorten äusserlich sichtbare Merkmale und die wahrscheinliche Herkunft der Person, von der die DNA-Spur stammt, abschätzen zu können. Bislang gilt in der Schweiz noch ein Verbot solcher Technologien, da der Gesetzgeber genetischen Informationen einen hohen Schutzwert zugesprochen hat und explizit die Analyse von codierenden Bereichen ausgeschlossen wurde, weil etwa die «öffentlichen Stigmatisierung ganzer Communitys» und die Preisgabe hochsensibler personenbezogenen Daten befürchtet wurde (Dardel 2002). Mit der Zulassung der Verfahren ist auf Grundlage der bisherigen Debatte und der Zustimmung der Gesetzesvorlage im Nationalrat in den kommenden Monaten zu rechnen. Erlaubt werden soll damit die probabilistische Abschätzung der Haut-, Augen- und Haarfarbe und der regionalen sowie ethnischen Herkunft.

Wie eine solche Analyse von DNA-Markern beispielsweise von der US-amerikanischen Firma Parabon NanoLabs aussehen kann, ist in der folgenden Abbildung ersichtlich. Neben dem chromosomalen Geschlecht werden Angaben über die wahrscheinliche Haut-, Augen- und Haarfarbe sowie das mögliche Auftreten von Sommersprossen gemacht. Die «Ancestry» wird anhand kontinentaler Grossregionen mit möglichen weiteren regionalen Eingrenzungen vorgenommen. Das Bild wird anhand typisierter Bilddateien von Personen mit ähnlichen Herkunfts- und Pigmentierungsmarkern erstellt.

Beispiel für die Abschätzung phänotypischer Merkmale und der kontinentalen und ethnischen Herkunft. Quelle: https://snapshot.parabon-nanolabs.com

Hintergrund der Schweizer Gesetzesrevision bildet die 2015 vom FDP-Nationalrat Albert Vitali eingereichte Motion. Die Initiative von Vitali bezog sich dabei auf einen Fall schwerer Körperverletzung und Vergewaltigung in Emmen, unweit von Luzern, bei der die Frau derart brutal misshandelt wurde, dass sie seitdem querschnittsgelähmt ist. Die geschädigte Frau konnte aber Angaben zum Täter machen, die über das hinausgehen, was mit den genetischen Testmethoden ermittelbar ist. Unter anderem sagte sie aus, dass der Täter schwarzbraunes, krauses Haar hatte, gebrochen Deutsch sprach und sich selbst Aaron nannte. Obwohl es diese Angaben gab, oder wahrscheinlich gerade deshalb avancierte der Straffall zum Aufhänger einer breiteren Kampagne bei der die Phänotyp- oder Herkunftsabschätzung schnell mit rassistischen Bildern des «kriminellen Ausländers» und des «gefährlichen» sowie «sexuell zügellosen Anderen» verwoben wurden. Nach der Tat in Emmen häuften sich in den sozialen Medien sowie in den lokalen Tageszeitungen schnell rassistische Assoziationen. So musste die örtliche Polizei einen Aufruf nach Zeug:innen auf ihrer Facebook-Seite nach zwei Tagen wieder entfernen, da mehrere «rassendiskriminierende» Kommentare abgegeben worden waren. Vier Tage nach der Tat kommentierte Hans Fehr, Nationalrat der SVP, in einem Zeitungsinterview: «Diese Tat ist absolut unfassbar. Deshalb müssen wir die Zuwanderung in den Griff bekommen» (DAG/VRO 2015). Am darauffolgenden Tag klebten in Emmen Plakate und Aufkleber der völkisch-nationalistischen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) mit dem Slogan: «Ausländergewalt ist nicht tolerierbar! Jetzt die PNOS unterstützen». Die Tat eines Einzelnen wurde in der Öffentlichkeit vielfach generalisierend mit Zuwanderung und «Ausländern» assoziiert. Kriminalität und Migration wurden dabei in eins gesetzt und aus einer biologisch-rassifizierenden Logik heraus genetische Tests zur Abschätzung äusserer Merkmale und der Herkunft als technische Lösung präsentiert.

Anstelle einer differenzierten Diskussion über die Potenziale und Gefahren der Technologie sowie einer Abwägung ihres Nutzens und ihrer sozialen Folgen scheint die Debatte durch rassistische Grundannahmen motiviert zu sein. Unterstützer:innen der Gesetzesänderung versuchen zudem, Kritik durch unangemessene Vorwürfe (wie dem angeblichen «Täterschutz für Mörder und Vergewaltiger», Vitali 2015) zu delegitimieren. Dabei gibt es gerade in Bezug auf neue Rassifizierungen im Kontext von erweiterten DNA-Analysemethoden eine ganze Menge – von Stigmatisierungsgefahren, über damit verbundenen Rassifizierungen, bis zu Persönlichkeitsrechten und Datenschutzfragen – zu diskutieren.

Ein gravierendes Problem, mit dem ein Umgang gefunden werden muss, besteht darin, dass für Ermittlungen in der Regel nur solche DNA-Merkmale weiterführend sind, mit denen der Kreis der Verdächtigen eingegrenzt werden kann. Anders gesagt, die erweiterten DNA-Untersuchungsmethoden sind diskriminierend, und zwar sowohl in ihrer technischen Umsetzung als auch in ihrer Anwendung in der Ermittlungsarbeit. Die Information aus einer DNA-Analyse, dass ein:e Täter:in wahrscheinlich weiss ist, braune Haare hat und mutmasslich aus Mitteleuropa stammt, führt nur selten zu einem Fahndungserfolg, da in der Regel zu viele Personen als Täter:in in Frage kommen. Verweist die Analyse aber auf ein Mitglied einer Minoritätengruppe, droht diese leicht ins Visier von Behörden und Öffentlichkeit zu geraten. Wenn die ethnische Herkunft erfasst wird, setzt dies ganze Bevölkerungsgruppen der Gefahr einer öffentlichen Stigmatisierung und schliesslich eines genetischen Racial Profiling aus (Bartram 2022).

Wissen um die Verschränkung von Biologie und Kultur

Die jüngere Rassismusforschung trug wesentlich dazu bei, die Verengung des Rassismusverständnisses nach dem Zweiten Weltkrieg aufzubrechen. Dem sehr eingeschränkten Rassismusverständnis – als staatlich verfasster und biologisch konzipierter Hierarchisierung von Menschengruppen – stellten ab den 1980er Jahren verschiedene Rassismustheoretiker:innen konzeptionell-analytische Erweiterungen entgegen, mit denen Erscheinungsweisen kulturalistischer Rassismen zu erfassen sind. Martin Barkers «new racism» (1981), Étienne Balibars «neo-racisme» (1988), Pierre-André Taguieffs «differentialistischer Rassismus» (1988) und Stuart Halls «kultureller Rassismus» (1989) dienten dazu Rassismus viel grundlegender und breiter etwa im Institutionengefüge auch moderner liberaler Demokratien zu erfassen.

Auch nach mehr als 30 Jahren ist es immer noch notwendig ein gesellschaftskritisches Verständnis von Rassismen gegenüber landläufigen Vorstellungen von Rassismus als historisches oder fast nur am rechten Rand bestehendes Phänomen entgegenzustellen (Akdoganbulut 2022). Allerdings führte die Berücksichtigung kulturalistischer Rassifizierungen bei einigen Interpret:innen von Balibar, Taguieff, Hall und anderen auch zu einer Einengung der Perspektive, wodurch insbesondere biologische Aspekte von Rassifizierungen ausser Acht zu geraten drohen. Manche Rassismusforschende legen gar nahe, dass Rassismen gegenwärtig vorrangig als kulturelle Abgrenzung zu erfassen seien oder sie sehen biologische Rassifizierungen als blosses historisches Überbleibsel oder als rechte Randerscheinungen. Paradoxerweise wiederholt eine solche Argumentation, was von der Rassismustheorie seit Jahrzehnten kritisch gegen den hegemonialen Diskurs zu «Fremdenfeindlichkeit» und «Vorurteilen» vorgebracht wird, nämlich: dass Rassismus häufig ausschliesslich entweder als historisches Phänomen oder als Problem von Rechtsextremisten und white supremacists gefasst wird.

Die Kritik an einer solchen historischen und politischen Externalisierung von Rassismus müsste aber ebenso für die Untersuchung aktueller biologischer Rassifizierungen gelten. Auch diese sind nicht lediglich als historisches Phänomen oder am rechten Rand verortete Ausnahme verstehbar. Zudem entpuppte sich der Verweis auf die biologische Widerlegtheit von Rasse als problematische Defensive: Sie unterminierte die Stärke sozialwissenschaftlicher Kritik und überliess die Aussagemacht über Körper, über gesellschaftliche Wirkungen auf Gesundheit oder auch über weitgehend den Biowissenschaften.

Dabei gibt es gesellschaftlich vieles zu diskutieren und zu regeln, wie auch an den erörterten Beispielen – unterschiedliche Risiken an Covid-19 zu erkranken und zu versterben und das Risiko eines genetischen Racial Profiling durch erweiterte DNA-Analysemethoden – ersichtlich wurde. Als Gesellschaft hätten wir die besondere Vulnerabilität von diversen Bevölkerungsteilen viel schneller und besser erfassen müssen. Die Unterstützungs- und Schutzbedarfe von Menschen die unter prekären Bedingungen leben, in Arbeitsverhältnissen mit einem hohen Ansteckungsrisiko beschäftigt sind und die vom Gesundheitssystem nur unzureichend versorgt werden, wären wichtig gewesen. Dass die Corona-Pandemie unter Menschen ohne Schweizer Pass zu einer deutlich höheren Todesrate als bei Menschen mit Schweizer Pass geführt haben, zeigt ein Versagen gesellschaftlicher Institutionen auf (Plümecke/Supik 2020). Soziale Ungleichheit, Rassismus und Diskriminierung zeitigen auch in der Schweiz gravierende körperliche Auswirkungen. Auch dies ist als biologischer Effekt von Rassifizierungen zu verstehen. Ob im Racial Profiling, in den Kontroversen über Mohrendarstellungen im öffentlichen Raum, in den politischen Kampagnen etwa zur «Ausschaffungsinitiative» bzw. «Begrenzungsinitiative» oder in den öffentlichen Darstellungen und Diskursen über die «Anderen», in allen diesen Formen von Rassifizierung und Rassismus wird auf biologische wie kulturelle Aspekte rekurriert. Nicht nur Diskurse, und Ideologien, sondern ebenso Körper und auch Gene sind dabei als Orte der gesellschaftlichen Auseinandersetzung und Intervention zu begreifen.

Zum Autor

Tino Plümecke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt zu Humanklassifikationen in den Lebenswissenschaften in Freiburg i. Br. Er hat gemeinsam mit anderen zu Racial Profiling in der Schweiz geforscht und ist Mitglied der Allianz gegen Racial Profiling.

Literatur

Akdoganbulut, Cenk: Rassismus ohne «Rasse» - die Fallstricke der neurechten Diskursverschiebung. In: INES-Blog.

Aeschi, Thomas (2020). «Corona-Heimkehrer» aus dem Balkan und Wirtschaftsmigranten aus Afrika und arabischen Ländern besetzen unsere Spitalbetten. Interpellation an den Bundesrat.

Balibar, Étienne. 1990 [fr. 1988]. Gibt es einen «Neo-Rassismus»? In Étienne Balibar & Immanuel Wallerstein (Hrsg.), Rasse – Klasse – Nation. Ambivalente Identitäten (S. 23–38). Hamburg: Argument Verlag.

Barker, Martin. 1981. The New Racism. Conservatives and the Ideology of the Tribe. London: Junction Books.

Bartram, Isabelle; Plümecke, Tino; Schultz, Susanne (2022): Genetic Racial Profiling: Extended DNA Analyses as Technologies of Discrimination. In: Science & Technology Studies.

Chen, Jarvis T.; Krieger, Nancy (2020): Revealing the unequal burden of COVID-19 by income, race/ethnicity, and household crowding: US county vs. ZIP code analyses. In: Harvard Center for Population and Development Studies Working Paper Series 19 (1).

DAG; VRO (2015): Vergewaltiger von Emmen ist Raucher. 30. Juli 2015. In: www.20min.ch.

Dardel, Jean-Nils de (2002): Verwendung von DNA-Profilen. Bundesgesetz. Nationalrat, Herbstsession 2002, Dritte Sitzung, 16.9.. In: Amtliches Bulletin.

Gravlee, Clarence (2020): Racism, Not Genetics, Explains Why Black Americans Are Dying of COVID-19. In: Scientific American, 07.06.2020.

Khazanchi, Rohan; Beiter, Evan R.; Gondi, Suhas; Beckman, Adam L.; Bilinski, Alyssa; Ganguli, Ishani (2020): County-Level Association of Social Vulnerability with COVID-19 Cases and Deaths in the USA. In: Journal of general internal medicine 35 (9), 2784–2787. DOI: 10.1007/s11606-020-05882-3.

McCarthy, Niall (2020): COVID-19's Devastating Impact On African Americans. In: Statista, 07.04.2020.

Pelizza, Annalisa (2020): «No disease for the others»: How COVID-19 data can enact new and old alterities. In: Big Data & Society 7 (2), 205395172094254. DOI: 10.1177/2053951720942542.

Plümecke, Tino; Schramm, Katharina (2022): Beständige Kopplungen: NaturenKulturen aktueller Rassifizierungen. In: Jovita dos Santos Pinto, Pamela Ohene-Nyako, Mélanie Pétrémont, Anne Lavanchy, Barbara Lüthi, Patricia Purtschert und Skenderovic (Hg.): Un/Doing Race: Rassifizierung in der Schweiz. Zürich: Seismo, S. 179–201.

Plümecke, Tino; Supik, Linda (2022): Wer sterben gelassen wird: Strukturelle Differenzierungen in der Pandemie. In: INES — Blog.

Schilliger, Sarah; Gashi, Adelina (2020): «Migrant*innen werden wieder mal zu Sündenböcken gemacht». In: bajour.

Taguieff, Pierre-André (2000 (fr. 1988)): Die Macht des Vorurteils. Der Rassismus und sein Double. Hamburg: Hamburger Edition.

Vincent, Danny (2020): Coronavirus: A Cameroon student on how he recovered. In: BBC News, 17.02.2020.

Vitali, Albert (2015): Kein Täterschutz für Mörder und Vergewaltiger. Motion 15.4150. Schweizer Parlament.

Wahl, Daniel (2020): 70 Prozent Migranten in den Spitalbetten. In: Basler Zeitung, 02.12.2020, S. 22–23.

Williams, Jason 2020: People of Color May be Immune to the Coronavirus Because of Melanin. In: BMT News.

 

 

23... 24... 25... und Action! #NeueSchweiz am Filmfestival Locarno - Interview mit der Künstlerin Nora Longatti

lunedì, 8. agosto 2022

Da Mardoché Kabengele

 

Wer die Neue Schweiz sehen möchte, muss nie weit schauen. Sie ist überall, von lernend und zuhörend bis ausbildend, kritisch, kritikfähig und mitredend. Ein Kurzvideo der Filmemacherin Nora Longatti, das am Filmfestival in Locarno gezeigt wurde, spielt darauf an. Das Video ist Teil einer Krypto-Briefmarken-Serie der Schweizerischen Post.

#DeepDiversity

#NeueSchweiz – im postmigrantischen Basel: Vergangenheit Erinnern. Zukunft gestalten.
13.agosto 2022 18:35 – 18:35

 

Glossario
Glossario #Nuova Svizzera

 

Il glossario #NuovaSvizzera è una raccolta di concetti che ci aiutano a capire meglio alcuni eventi sociali intorno alla migrazione, alla diversità e al razzismo in Svizzera - fondati, critici e a più voci. Questi non sono concetti statici, ma idee che sono in costante movimento. La collezione inizia con le due voci #NuovaSvizzera e #DeepDiversity. Nei mesi seguenti, ne verranno aggiunti altri in modo continuativo.

Kritik der Biologie: Othering, Race und ihre Verknüpfung zu «Körper»

mercoledì, 8. giugno 2022

Da Tino Plümecke

 

Sind Rassismen heutzutage vor allem kulturalistisch? Ist biologischer Rassismus entsprechend heute nicht mal mehr am rechten Rand gängig, weil auch dort eher von einer essentiellen Diversität der Kulturen ausgegangen wird? Aufbauend auf dem Beitrag von Cenk Akdoganbulut zu Rassismus ohne «Rasse» wird in diesem Essay der Frage nachgegangen, welche Rolle Biologie in gegenwärtigen Rassifizierungen und Rassismen spielt und dafür plädiert, Kultur und Biologie nicht als Entweder-oder, sondern als üblicherweise verknüpft zu fassen.

Tour de Nouvelle Suisse – Mein Postmigrantisches Basel
22.ottobre 2022 14:00

 

Rassismus ohne «Rasse» - die Fallstricke der neurechten Diskursverschiebung

mercoledì, 1. giugno 2022

Da Cenk Akdoganbulut

 

Ausschnitt eines Bildes von: ©Claude Zurcher, notrehistoire.ch.

Der Historiker Cenk Akdoganbulut widmet sich in seinem aktuellen Beitrag kulturalistischen Ausprägungen des Rassismus in der Schweiz: Ist es rassistisch von der Unterschiedlichkeit von Kulturen zu sprechen? Kommt der Rassismus von den rechtsextremen Rändern der Gesellschaft? Nach dem Zweiten Weltkrieg fand nicht nur ein Wandel des Rassismus, sondern auch des rechtsradikalen Spektrums statt. Die Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Entwicklungen werden aber oft unbeachtet gelassen.

Vor Gericht die Schweizer Migrationspolitik ändern? Eine Debatte über Möglichkeiten und Grenzen des Rechtswegs zur Erreichung politischer Fortschritte

giovedì, 19. maggio 2022

Da Fanny de Weck & Tarek Naguib

 

Fanny de Weck und Tarek Naguib diskutieren über die Möglichkeiten und Grenzen des Rechts im Kampf um ein Ausländer-, Asyl- und Bürgerrecht frei von Willkür und dafür mehr Gerechtigkeit. Dabei sind sie sich nicht immer einig, was mit einem Rechtsstreit vor Gericht erreicht werden kann und was nicht: wo seine Potenziale und wo seine Grenzen liegen? Letztlich geht es ihnen aber beiden darum, dass die Grund- und Menschenrechte von Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung auch umgesetzt werden - und dafür muss gekämpft werden.

TRAJECTORIES OF STRUGGLE. MIGRATION, BORDERS AND THE POLITICS OF FREEDOM OF MOVEMENT AT THE EU’S MARITIME FRONTIERS

sabato, 7. maggio 2022

Da Charles Heller

 

Film still from Home Sweet Home (2009).

Charles Heller schreibt in seinem englischsprachigen Beitrag im HANDBUCH NEUE SCHWEIZ zum europäischen Grenzregime: «In dem Versuch, das Mittelmeer zu kontrollieren, haben die europäischen Küstenstaaten, zu denen sich später Frontex (die europäische Grenzschutzagentur) und eine wachsende Zahl internationaler Militäroperationen gesellten, ein breites Spektrum an militärischen Grenzdurchsetzungspraktiken und -techniken eingesetzt, um die Bewegungen der Migranten einzudämmen und zu kanalisieren, wodurch das Meer zu einer riesigen Grenzzone wurde.»

Zum 1. Mai 2022 - 20 Jahre Second@s

domenica, 1. maggio 2022

Da Halua Pinto de Magalhães

 

Vor 20 Jahren machte die damalige Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer die «Secondo», die Jugendlichen der sogenannten zweiten Ausländer*innengeneration, für die Ausschreitungen im Nachgang des 1. Mai Umzugs verantwortlich. Der Begriff «Secondo», der von den Medien bereitwillig aufgenommen wurde, stand fortan für ein angeblich vorhandenes gesellschaftliches Problem. Als Reaktion darauf schlossen sich verschiedene Personen der «zweiten Ausländer*innengeneration» zusammen mit dem Ziel, den Begriff erneut mit einer positiven Bedeutung zu versehen und auf die Diskriminierung von Seconda/Secondo aufmerksam zu machen.

Antirassismus in the Making. Ein Werkstattgespräch - Teil 2

sabato, 30. aprile 2022

Da Rahel El-Maawi, Rohit Jain, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib

 

Die Arbeit des Institut Neue Schweiz INES ist vom Wunsch geprägt, laufende Debatten zu Migration, Diversität und Antirassismus zu dokumentieren, verschiedene Ansätze in Austausch zu bringen und offene strategische Fragen zu diskutieren. Im Teil 1 des Gesprächs zu Antirassismus in the Making thematisierten Rahel El-Maawi, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib und Rohit Jain Fragen rund um Identitätspolitik, Repräsentation und Intersektionalität und verbinden diese miteinander. Hier ist nun die Fortsetzung der Diskussion.

Einblick in die Vernissagen zum HANDBUCH NEUE SCHWEIZ - mit Ausblick ins kommende Jahr

giovedì, 23. dicembre 2021

Da Institut Neue Schweiz

 

In diesem letzten Blog-Beitrag im 2021 geben wir einen Einblick in die vier Vernissagen zum jüngst erschienenen HANDBUCH NEUE SCHWEIZ. Uns war es wichtig, Themen aufzugreifen, die das Institut Neue Schweiz INES auch im kommenden Jahr beschäftigen werden: ein neues Bürgerrecht, eine vielstimmige Bürger:innenschaft, diskriminierungsfreie Teilhabe und eine Schweiz, die für ihr globales Handeln Verantwortung übernimmt.

#NuovaSvizzera

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

venerdì, 10. settembre 2021

Da Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

Aktion Vierviertel – Wer hier lebt, soll ein Recht auf Einbürgerung haben!

domenica, 20. giugno 2021

Da Institut Neue Schweiz

 

Bündnis für einen mutigen Gesellschaftsentwurf

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat keine Schweizer Staatsangehörigkeit, obwohl sie in der Schweiz zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Dies möchte der Verein Aktion Vierviertel ändern. Die Aktion Vierviertel wurde von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, das von INES unterstützt wird, angestossen und aufgebaut. Sie fordert das automatische Bürgerrecht für alle, die hier geboren sind, und ein Grundrecht auf Einbürgerung für die, die seit vier Jahren hier leben.

«We Talk. Schweiz ungefiltert» - die Talkshow mit Migrationsgeschichte am Frauen*streik

martedì, 15. giugno 2021

Da Stimmen der Neuen Schweiz

 

Feministische Aktionstage 2021, Fotos: raumsinn | dani fels

«We Talk. Schweiz ungefiltert» wurde im Frühling 2021 vom Förderverein des Institut Neue Schweiz, dem Berner Rassismus Stammtisch und dem Kollektiv Ostwind - Ostschweiz mit Migrationsvorsprung ins Leben gerufen. Bei We Talk sprechen Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung miteinander: «Ungefiltert, reflektiert und kritisch.» Gestern wurde im Rahmen des Frauen*streiks die zweite Folge lanciert.

Institutionelle Öffnung der Kulturhäuser - Erfahrungen und Empfehlungen

giovedì, 3. giugno 2021

Da Inés Mateos

 

Im 2019 starteten das Literaturhaus und die Kaserne Basel mit dem Institut Neue Schweiz INES das Projekt Atelier Neue Schweiz Basel, bei dem die Öffnung hin zur postmigrantischen Schweiz der beiden Kulturhäuser im Zentrum stand. Über den angestossenen Transformationsprozess spricht Inés Mateos von INES mit Sandro Lunin, dem Leiter Kaserne Basel, und mit Katrin Eckert, der Leiterin des Literaturhaus Basel. Hier kann das Gespräch angesehen werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen des Projekts sind zehn Empfehlungen erarbeitet worden.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

domenica, 30. maggio 2021

Da Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

«Was hat dein Name für eine Sprache?»

giovedì, 20. maggio 2021

Da Cathrine Lutz, Co-Leiterin Projekt «Schul-Geschichte der Neuen Schweiz»

 

Postmigrantische Schulgeschichten der Neuen Schweiz - Mitwirkende an der Geschichtensammlung erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

giovedì, 15. aprile 2021

Da Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

LETTERA APERTA AL CONSIGLIO FEDERALE DELLA SVIZZERA: LE DIFFICOLTÀ ECONOMICHE IN TEMPO DI CRISI A CAUSA DEL CORONAVIRUS NON DEVONO METTERE A REPENTAGLIO IL PERMESSO DI RESIDENZA E LA NATURALIZZAZIONE - ANCHE IN QUESTO CASO SIAMO SOLIDALI!

venerdì, 1. maggio 2020

Da INES Istituto Nuova Svizzera

 

La pandemia del coronavirus non è solo una crisi sanitaria, ma anche sociale ed economica. Molte persone sono minacciate dalla disoccupazione, dipenderanno dall'aiuto sociale e dovranno indebitarsi, anche in Svizzera. Ciò ha enormi conseguenze finanziarie e sociali, ma anche - cosa che molti non sanno - legali. Il criterio dell'"integrazione economica" svolge un ruolo decisivo nelle decisioni relative al permesso di residenza e alla naturalizzazione. La pandemia del coronavirus è quindi una minaccia esistenziale per molte persone. Ciò riguarda potenzialmente un quarto della popolazione residente che non ha la cittadinanza svizzera, ma che sostiene e contribuisce a costruire il paese quotidianamente.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

venerdì, 6. marzo 2020

Da Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

lunedì, 15. giugno 2020

Da INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

23... 24... 25... und Action! #NeueSchweiz am Filmfestival Locarno - Interview mit der Künstlerin Nora Longatti

lunedì, 8. agosto 2022

Da Mardoché Kabengele

 

Wer die Neue Schweiz sehen möchte, muss nie weit schauen. Sie ist überall, von lernend und zuhörend bis ausbildend, kritisch, kritikfähig und mitredend. Ein Kurzvideo der Filmemacherin Nora Longatti, das am Filmfestival in Locarno gezeigt wurde, spielt darauf an. Das Video ist Teil einer Krypto-Briefmarken-Serie der Schweizerischen Post.

Glossario
Glossario #Nuova Svizzera

 

Il glossario #NuovaSvizzera è una raccolta di concetti che ci aiutano a capire meglio alcuni eventi sociali intorno alla migrazione, alla diversità e al razzismo in Svizzera - fondati, critici e a più voci. Questi non sono concetti statici, ma idee che sono in costante movimento. La collezione inizia con le due voci #NuovaSvizzera e #DeepDiversity. Nei mesi seguenti, ne verranno aggiunti altri in modo continuativo.

Tour de Nouvelle Suisse – Mein Postmigrantisches Basel
22.ottobre 2022 14:00

 

Vor Gericht die Schweizer Migrationspolitik ändern? Eine Debatte über Möglichkeiten und Grenzen des Rechtswegs zur Erreichung politischer Fortschritte

giovedì, 19. maggio 2022

Da Fanny de Weck & Tarek Naguib

 

Fanny de Weck und Tarek Naguib diskutieren über die Möglichkeiten und Grenzen des Rechts im Kampf um ein Ausländer-, Asyl- und Bürgerrecht frei von Willkür und dafür mehr Gerechtigkeit. Dabei sind sie sich nicht immer einig, was mit einem Rechtsstreit vor Gericht erreicht werden kann und was nicht: wo seine Potenziale und wo seine Grenzen liegen? Letztlich geht es ihnen aber beiden darum, dass die Grund- und Menschenrechte von Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung auch umgesetzt werden - und dafür muss gekämpft werden.

Zum 1. Mai 2022 - 20 Jahre Second@s

domenica, 1. maggio 2022

Da Halua Pinto de Magalhães

 

Vor 20 Jahren machte die damalige Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer die «Secondo», die Jugendlichen der sogenannten zweiten Ausländer*innengeneration, für die Ausschreitungen im Nachgang des 1. Mai Umzugs verantwortlich. Der Begriff «Secondo», der von den Medien bereitwillig aufgenommen wurde, stand fortan für ein angeblich vorhandenes gesellschaftliches Problem. Als Reaktion darauf schlossen sich verschiedene Personen der «zweiten Ausländer*innengeneration» zusammen mit dem Ziel, den Begriff erneut mit einer positiven Bedeutung zu versehen und auf die Diskriminierung von Seconda/Secondo aufmerksam zu machen.

Einblick in die Vernissagen zum HANDBUCH NEUE SCHWEIZ - mit Ausblick ins kommende Jahr

giovedì, 23. dicembre 2021

Da Institut Neue Schweiz

 

In diesem letzten Blog-Beitrag im 2021 geben wir einen Einblick in die vier Vernissagen zum jüngst erschienenen HANDBUCH NEUE SCHWEIZ. Uns war es wichtig, Themen aufzugreifen, die das Institut Neue Schweiz INES auch im kommenden Jahr beschäftigen werden: ein neues Bürgerrecht, eine vielstimmige Bürger:innenschaft, diskriminierungsfreie Teilhabe und eine Schweiz, die für ihr globales Handeln Verantwortung übernimmt.

#NuovaSvizzera

Aktion Vierviertel – Wer hier lebt, soll ein Recht auf Einbürgerung haben!

domenica, 20. giugno 2021

Da Institut Neue Schweiz

 

Bündnis für einen mutigen Gesellschaftsentwurf

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat keine Schweizer Staatsangehörigkeit, obwohl sie in der Schweiz zum gemeinschaftlichen Leben beitragen. Dies möchte der Verein Aktion Vierviertel ändern. Die Aktion Vierviertel wurde von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis, das von INES unterstützt wird, angestossen und aufgebaut. Sie fordert das automatische Bürgerrecht für alle, die hier geboren sind, und ein Grundrecht auf Einbürgerung für die, die seit vier Jahren hier leben.

Institutionelle Öffnung der Kulturhäuser - Erfahrungen und Empfehlungen

giovedì, 3. giugno 2021

Da Inés Mateos

 

Im 2019 starteten das Literaturhaus und die Kaserne Basel mit dem Institut Neue Schweiz INES das Projekt Atelier Neue Schweiz Basel, bei dem die Öffnung hin zur postmigrantischen Schweiz der beiden Kulturhäuser im Zentrum stand. Über den angestossenen Transformationsprozess spricht Inés Mateos von INES mit Sandro Lunin, dem Leiter Kaserne Basel, und mit Katrin Eckert, der Leiterin des Literaturhaus Basel. Hier kann das Gespräch angesehen werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen des Projekts sind zehn Empfehlungen erarbeitet worden.

«Was hat dein Name für eine Sprache?»

giovedì, 20. maggio 2021

Da Cathrine Lutz, Co-Leiterin Projekt «Schul-Geschichte der Neuen Schweiz»

 

Postmigrantische Schulgeschichten der Neuen Schweiz - Mitwirkende an der Geschichtensammlung erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule.

LETTERA APERTA AL CONSIGLIO FEDERALE DELLA SVIZZERA: LE DIFFICOLTÀ ECONOMICHE IN TEMPO DI CRISI A CAUSA DEL CORONAVIRUS NON DEVONO METTERE A REPENTAGLIO IL PERMESSO DI RESIDENZA E LA NATURALIZZAZIONE - ANCHE IN QUESTO CASO SIAMO SOLIDALI!

venerdì, 1. maggio 2020

Da INES Istituto Nuova Svizzera

 

La pandemia del coronavirus non è solo una crisi sanitaria, ma anche sociale ed economica. Molte persone sono minacciate dalla disoccupazione, dipenderanno dall'aiuto sociale e dovranno indebitarsi, anche in Svizzera. Ciò ha enormi conseguenze finanziarie e sociali, ma anche - cosa che molti non sanno - legali. Il criterio dell'"integrazione economica" svolge un ruolo decisivo nelle decisioni relative al permesso di residenza e alla naturalizzazione. La pandemia del coronavirus è quindi una minaccia esistenziale per molte persone. Ciò riguarda potenzialmente un quarto della popolazione residente che non ha la cittadinanza svizzera, ma che sostiene e contribuisce a costruire il paese quotidianamente.

Für alle Menschen, die hier leben und die noch kommen werden

lunedì, 15. giugno 2020

Da INES Institut Neue Schweiz

 

Seit George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA ums Leben gebracht wurde, ist die Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung auch in der Schweiz deutlich spürbar, in öffentlichen Debatten, auf der Strasse und persönlichen Gesprächen. Das Institut Neue Schweiz (INES) solidarisiert sich mit diesen Protesten und dem Kampf gegen einen spezifischen anti-Schwarzen Rassismus.

#DeepDiversity

#NeueSchweiz – im postmigrantischen Basel: Vergangenheit Erinnern. Zukunft gestalten.
13.agosto 2022 18:35 – 18:35

 

Kritik der Biologie: Othering, Race und ihre Verknüpfung zu «Körper»

mercoledì, 8. giugno 2022

Da Tino Plümecke

 

Sind Rassismen heutzutage vor allem kulturalistisch? Ist biologischer Rassismus entsprechend heute nicht mal mehr am rechten Rand gängig, weil auch dort eher von einer essentiellen Diversität der Kulturen ausgegangen wird? Aufbauend auf dem Beitrag von Cenk Akdoganbulut zu Rassismus ohne «Rasse» wird in diesem Essay der Frage nachgegangen, welche Rolle Biologie in gegenwärtigen Rassifizierungen und Rassismen spielt und dafür plädiert, Kultur und Biologie nicht als Entweder-oder, sondern als üblicherweise verknüpft zu fassen.

Rassismus ohne «Rasse» - die Fallstricke der neurechten Diskursverschiebung

mercoledì, 1. giugno 2022

Da Cenk Akdoganbulut

 

Ausschnitt eines Bildes von: ©Claude Zurcher, notrehistoire.ch.

Der Historiker Cenk Akdoganbulut widmet sich in seinem aktuellen Beitrag kulturalistischen Ausprägungen des Rassismus in der Schweiz: Ist es rassistisch von der Unterschiedlichkeit von Kulturen zu sprechen? Kommt der Rassismus von den rechtsextremen Rändern der Gesellschaft? Nach dem Zweiten Weltkrieg fand nicht nur ein Wandel des Rassismus, sondern auch des rechtsradikalen Spektrums statt. Die Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Entwicklungen werden aber oft unbeachtet gelassen.

TRAJECTORIES OF STRUGGLE. MIGRATION, BORDERS AND THE POLITICS OF FREEDOM OF MOVEMENT AT THE EU’S MARITIME FRONTIERS

sabato, 7. maggio 2022

Da Charles Heller

 

Film still from Home Sweet Home (2009).

Charles Heller schreibt in seinem englischsprachigen Beitrag im HANDBUCH NEUE SCHWEIZ zum europäischen Grenzregime: «In dem Versuch, das Mittelmeer zu kontrollieren, haben die europäischen Küstenstaaten, zu denen sich später Frontex (die europäische Grenzschutzagentur) und eine wachsende Zahl internationaler Militäroperationen gesellten, ein breites Spektrum an militärischen Grenzdurchsetzungspraktiken und -techniken eingesetzt, um die Bewegungen der Migranten einzudämmen und zu kanalisieren, wodurch das Meer zu einer riesigen Grenzzone wurde.»

Antirassismus in the Making. Ein Werkstattgespräch - Teil 2

sabato, 30. aprile 2022

Da Rahel El-Maawi, Rohit Jain, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib

 

Die Arbeit des Institut Neue Schweiz INES ist vom Wunsch geprägt, laufende Debatten zu Migration, Diversität und Antirassismus zu dokumentieren, verschiedene Ansätze in Austausch zu bringen und offene strategische Fragen zu diskutieren. Im Teil 1 des Gesprächs zu Antirassismus in the Making thematisierten Rahel El-Maawi, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib und Rohit Jain Fragen rund um Identitätspolitik, Repräsentation und Intersektionalität und verbinden diese miteinander. Hier ist nun die Fortsetzung der Diskussion.

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

venerdì, 10. settembre 2021

Da Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

«We Talk. Schweiz ungefiltert» - die Talkshow mit Migrationsgeschichte am Frauen*streik

martedì, 15. giugno 2021

Da Stimmen der Neuen Schweiz

 

Feministische Aktionstage 2021, Fotos: raumsinn | dani fels

«We Talk. Schweiz ungefiltert» wurde im Frühling 2021 vom Förderverein des Institut Neue Schweiz, dem Berner Rassismus Stammtisch und dem Kollektiv Ostwind - Ostschweiz mit Migrationsvorsprung ins Leben gerufen. Bei We Talk sprechen Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung miteinander: «Ungefiltert, reflektiert und kritisch.» Gestern wurde im Rahmen des Frauen*streiks die zweite Folge lanciert.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

domenica, 30. maggio 2021

Da Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

Junge Muslim*innen zwischen Teilhabe und Rechtfertigungsdruck

giovedì, 15. aprile 2021

Da Asmaa Dehbi

 

Am 7. März 2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. An einem Freitagabend kurz vor der Abstimmung sprechen junge Muslim*innen auf der Zürcher Jugendplattform «Project Träff» darüber, wie sie die Diskussionen rund um das Thema Verhüllung wahrnehmen.

Tradition und Identität im Kontext postkolonialer Verstrickungen

venerdì, 6. marzo 2020

Da Halua Pinto de Magalhães

 

"Protestdemo" von FasnächtlerInnen - August 2018 (Quelle: Tageswoche, Hans-Jörg Walter)

Aufgrund des Corona-Virus wurde dieses Jahr unter anderem die Basler Fasnacht abgesagt. Die Kritik der antirassistischen Bewegung an der Fasnacht bleibt. Es stellt sich insbesondere immer noch die Frage, weshalb diese sogenannten Traditionen sowohl bei ihren Kritikern, als auch bei eingeschworenen FasnächtlerInnen so viele Emotionen auslösen. Halua Pinto de Magalhães sucht auf dem INES Blog „Stimmen der Neuen Schweiz“ nach antworten.

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